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Bouldern – Tipps und Tricks für Anfänger

Klettern ohne Seil und ohne Gurt – das ist Bouldern – es ist eine Sportart, die meistens Indoor durchgeführt wird. Doch auch in der Natur können Sie an Felsblöcken und Felsvorsprüngen klettern.

Auch wenn an künstlichen Wänden knapp über dem Boden geklettert wird, stellt Bouldern eine große Herausforderung mit viel Spaß dar.

Gefragt sind Geschick, Wendigkeit, Beweglichkeit, Konzentration, Kraft, Kreativität und mentale Stärke.  Das klingt irgendwie lebensmüde?

Wenn Sie auf der Suche nach einem neuen Sport sind, ist Bouldern auf jeden Fall eine großartige Wahl.

Inhalt:

 

Die Geschichte des Bolderns

Sicherlich möchten Sie – um sich in diesen Sport hineinzufinden – erst einmal wissen, woher Bouldern eigentlich kommt.
Im weitesten Sinne ist, Boldern der Menschheit schon lange bekannt. So um 1890 bestiegen sogenannte Bleausards im Wald von Fontainebleau in Frankreich die dort liegenden Sandsteinfelsen.

Angeführt wurde diese Gruppe von einem jungen Kletterfan, dem Franzosen Pierre Allain. Begründet wurde der Boulder-Sport aber erst einige Jahrzehnte später. Und zwar durch den Amerikaner John Gill.

Durch ihn und auch durch den deutschen Wolfgang Fietz wurde der Boulder-Sport nachhaltig geprägt.  John Gill entwickelte in den 1950er und 1960er Jahren ganz neue Klettertechniken.

Dafür entlieh er Elemente aus dem Geräteturnen. Es war auch Gill, der die Drei-Punkt-Regel entwarf.  John Gill führte zudem die Verwendung von Magnesia in den Klettersport ein.

Wolfgang Fietz, auch „Flipper“ genannt, verbreitete die Begeisterung zum Bouldern in den 1970er und 1980er Jahren. Fietz leistete einen hohen Beitrag dazu, dass Bouldern nicht mehr als „Angsthasenkletterei“ belächelt wurde.

Gemeinsam mit seinem Kletterfreunden Kurt Albert machte er das Bouldern bekannt.

 

Bouldern – aller Anfang ist schwer

Wer das erste Mal vor einer Boulderwand steht, der ist meist mit einem Freund oder Bekannten mit in diese Halle gekommen.

Allein macht Bouldern nämlich keinem so richtig Spaß. Auch im Fall von einem Sturz ist es sinnvoll beim Bouldern immer paarweise aufzutreten.

Auf diese Weise kann der Kletterpartner schnell Hilfe holen, wenn es darauf ankommen sollte. Wenn Sie nun aber schon einmal vor der Boulderwand stehen, sollten Sie es auch einmal ausprobieren.

Aller Anfang ist schwer, das ist klar. Vor dem ersten Griff sollten Sie sich allerdings mit den Bouldern Regeln vertraut machen.

*Grundkurs Bouldern: erweiterte Ausgabe

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Der Einstieg

Gleich zu Beginn müssen Sie sich als Boulder Anfänger mit dem Einstieg in die Boulderwand auseinandersetzen.

Das Problem ist, dass Sie in einer modernen Boulder-Halle den Einstieg nicht mit einem doch recht einfachen Steh- bzw. Sitzstart beginnen können. Häufig muss die Boulderwand angelaufen oder gar angesprungen werden.

Schon kann der Einstieg für Sie zu einer körperlichen Herausforderung werden. Sie werden feststellen müssen, dass Sie erst einmal einige Anlauf- bzw. Einstiegsmöglichkeiten an der Boulderwand brauchen könnten.

Lassen Sie sich davon aber nicht entmutigen.  Sie werden sehen, dass wenn Sie das zweite Mal vor der Boulderwand stehen alles viel besser klappt.

Damit Sie den Sprung auf die Boulderwand schaffen, erhalten Sie hier einige Tipps und Tricks, die Ihnen als Bouldern Anfänger den Einstieg und das Bouldern an sich erleichtern. Zunächst einige allgemeine Erläuterungen.

 

Techniken, Tricks und Tipps für Anfänger

Beim Bouldern können viele Fehler gemacht werden. Denken Sie immer daran, dass wenn Sie falsch greifen oder treten, Sie eventuell auf der Bouldermatte landen können. Die nachfolgenden Tipps und Tricks und aufgezeigten Techniken sind natürlich nicht allgemeingültig.

 

Die Drei-Punkt-Regel

Bei der von John Gill entwickelten Drei-Punkt-Regel, handelt es sich um ein Konzept der Steigtechnik.

Diese hat heute im gesamten Klettersport eine allgemeine Bedeutung.  Die Drei-Punkt-Regel besagt, dass zu jedem Zeitpunkt drei Gliedmaßen Kontakt mit der Kletterwand haben.

Drei Gliedmaßen sind ständig an Haltepunkten fixiert. Der Körper befindet sich so auch an einer schrägen Stelle der Boulderwand in einer stabilen Position.

Das heißt, dass nur ein Fuß oder eine Hand zum Weitersteigen bzw. Weitergreifen bewegt wird.

Konkret bedeutet dass, dass eine Hand nach der nächsten Griffmöglichkeit greift bzw. ein Fuß auf einen Kletterstein an der Boulderwand nachgezogen und dort positioniert wird.

Während dieser Bewegung sind beide Hände fest an einer Griffmöglichkeit positioniert. Wenn eine Hand in Richtung der nächsten Griffmöglichkeit bewegt wird, bedeutet dies wiederum, dass beide Füße auf noch fest stehen.

Dank dem konstanten Kontakt an drei Haltepunkten besteht nur eine geringere Gefahr von einem Gleichgewichtsverlust. Es besteht die Möglichkeit der besseren Kontrolle des Schwerpunkts.  Diese Bouldern Regeln sind für Bouldern Anfänger essenziell.

Doch auch für Profi-Boulder bietet die Drei-Punkt-Regel sicherheitstechnische Vorteile. So besteht eine bessere Chance sich noch in der Wand halten zu können, auch wenn es mal zu einem Fehlgriff oder Fehltritt kam.

Die Drei-Punkt-Regel ist zwar für Bouldern Anfänger sehr hilfreich. Geht es allerdings in schwierigeres Gelände, schränkt diese Regel die klettertechnischen Möglichkeiten eher etwas ein. Dies gilt vor allem, wenn die Boulderwand höhere Schwierigkeitsgrade parat hält.

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Es kommt nicht immer nur auf die Größe an

Beim Bouldern spielt die Körpergröße eine maßgebliche Rolle.

Wenn Sie recht groß sind, haben Sie beim Bouldern natürlich einige Vorteile. Doch auch kleinere Personen können sich beim Bouldern eindrehen, oder andere Bewegungen ohne Probleme durchführen.

Boulder-Fans die etwas größer sind, kommen oft eher am Ziel an, als kleinere. Allerdings sind geübte Kletterer auch sehr schnell. Die Körpergröße ist dabei in der Regel zweitranging.

Legen Sie daher als Bouldern Anfänger Zweifel ab, dass kleinere Fans dieses Klettersports in einem Wettbewerb nicht so gute Leistungen erbringen können wie die Personen, die größer sind.

Sie sollten sich als Anfänger in diesem Klettersport nicht einschüchtern lassen. Die Körpergröße kann beim Bouldern zwar eingesetzt werden. Doch die Körpergröße ist nicht entscheidend, ob Sie letztlich gut Bouldern können oder nicht.

Als Anfänger wollen Sie ja eigentlich eh nicht gleich an Wettbewerben teilnehmen. Sie sollen vielmehr auch Spaß an Ihrem neuentdeckten Sport haben.  Bedenken Sie dabei, dass Sie vor allem beim Bouldern mit einer geringeren Körpergröße auch durchaus Vorteile haben können.

Die Griff- und Trittmöglichkeiten an der Boulderwand sind schließlich nicht unendlich vielseitig.  Es gibt auch enge Winkel, die überwunden werden müssen. Hier kann eine geringere Körpergröße von Vorteil sein.

Denn wenn Sie enge Winkel greifen bzw. treten müssen, kann es von Nachteil sein, wenn Sie groß sind. Dann sind Sie auf der Boulderwand nicht so wendig. Allerdings spielt hier auch noch das Gewicht eine Rolle. Denn auch das Kraft/Gewicht-Verhältnis spielt beim Bouldern eine große Rolle.

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Max Kleesattel beim Bouldern 2019

 

Muskeln aufbauen, aber die richtigen

Wenn Sie am Bouldern Spaß finden, werden Sie nicht drum herumkommen Muskeln aufzubauen. Das Greifen und die Körperspannung während des Greifens und des Suchens nach einem Kletterstein erfordert schon sehr viel Kraft.

Sie müssen dafür nicht einmal ins Fitnessstudio gehen und Gewichte stemmen. Wer einen erfolgreichen und berühmten Kletterer einmal genauer ansieht, der wird merken, dass dieser eher schlank ist und nicht wuchtig an den Oberarmen und den Schenkeln.

Unnötiges Gewicht verhindert, dass Sie beim Klettern bzw. beim Schwingen von Kletterstein zu Kletterstein an der Boulderwand zu viel Gewicht mit sich ziehen müssen.

Dicke Oberarme benötigen Sie daher nicht. Ein bisschen Kraft in den Armen ist beim Bouldern aber nicht schlecht. Sie sollten beim Gang ins Fitnessstudio daher darauf achten, dass Sie die richtigen Muskeln trainieren. Legen Sie Ihren Fokus eher auf die Beinmuskulatur.

Denn mit den Beinen müssen Sie sich letztlich Indoor gegen die Boulderwand bzw. Outdoor gegen die Felswand stemmen, um den Körper im Gleichgewicht zu halten.

Auch ohne Gang ins Fitnessstudio werden Sie sehen, dass Sie selbst als Bouldern Anfänger eine Veränderung Ihres Körpers verspüren werden.  Vielleicht nicht optisch. Doch Sie steigern mit dem Bouldern Ihre Ausdauer und Ihre Kraft. Sie trainieren vielmehr den ganzen Körper.

 

Achten Sie auf Ihre Sehnen

An dieser Stelle wird es Zeit, dass auf das möglich Verletzungsrisiko beim Bouldern eingegangen wird. Denn überanstrengen dürfen Sie sich auch nicht.

So schnell Muskeln durch das Bouldern auch wachsen, können sie auch überlastet werden.

Dabei gehören Muskeln zu den Weichteilen in unserem Körper, die sehr robust sind. Andere Teile sind weniger geschützt. Hierzu gehören Gelenke, Kapseln und Bänder sowie Sehnen.

Vor allem die Sehnen sind stark gefährdet, dass sie überlastet werden beim Bouldern. Als Anfänger werden Sie damit noch keine Probleme haben.

Es dauert schon einige Monate regen Boulderns bis sich Schädigungen an den Sehnen einstellen können. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass Sie nicht gleich nach dem Betreten der Halle in den Einstieg gehen und die ersten Klimmzüge mit zwei Fingern machen.

Vor jedem Einstieg in die Boulderwand müssen Sie sich richtig aufwärmen. Damit verhindern Sie Kapselverletzungen und Sehnenprobleme.

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Richtig Aufwärmen

Aufwärmen vor dem Bouldern ist nicht gleich Aufwärmen. Führen Sie vor dem Einstieg auf die Boulderwand vor allem einige Dehnübungen durch.

Bänder und Muskeln werden dabei leicht aufgewärmt.  Muten Sie sich bzw. Ihrem Körper auch nicht zu viel zu. Bevor Sie eine Boulder-Route auswählen, die besonders schwer ist, fangen Sie mit einer leichten Route an.

Wenn Sie gleich nach dem ersten Einstieg an einem Tag eine Route wählen, die ein Schwierigkeitsgrad hat, den Sie gerade noch so klettern können, erhöht dies auch die Verletzungsgefahr.

Aufwärmen Sie sollten Sie vor jeder Kletterpartie im Übrigen neben Unterarmen und Oberarmen auch die Schultern und die Beine.  Hierfür reichen ganz einfache Lockerungsübungen. Finger und Handgelenke sollten Sie ebenfalls nicht vergessen aufzuwärmen.

Selbst die Bouldern Regeln sehen vor, dass Sie sich vor Wettbewerben 15 bis 20 Minuten aufwärmen können. Direkt nach dem Aufwärmen sollten Sie, wenn möglich erst eine einfache Route klettern. Bevor Sie die schwierige Route angehen, sollten Sie um Verletzungen vorzubeugen, nochmals die Muskeln dehnen.

Bouldern DM 2019 in Dortmund

 

Klettern Sie aus den Beinen heraus

Von Natur aus hat der Mensch keine sonderlich große Kraft in den Fingern.  In den Fingern befinden sich zwar auch Muskeln.

Doch diese wird man nie und nimmer so stark bekommen, dass man sich überall festklammern kann.  In den Beinen hat der Mensch indes sehr viel mehr Kraft.

Aus diesem Grund sollten Sie möglichst aus den Beinen klettern.  Vor allem Anfänger in dieser Sportart machen häufig den Fehler, dass Sie über die Arme klettern.

Das ist auch ein recht normaler menschlicher Trieb. Als Anfänger verspüren Sie nämlich einen unwiderstehlichen Trieb so schnell wie möglich nach oben zu kommen.

Dass Sie über die Arme klettern, ist aber völlig falsch.  

Die Muskeln in den Beinen sind von Natur aus beim Menschen viel stärker.  Sie sollten möglichst versuchen von Beginn an aus den Beinen klettern.  Und zwar wann immer es geht.

Der Fokus beim Bouldern sollte immer auf den Beinen liegen. Dies gilt auch für zwischen den Zügen. Achten Sie hier immer darauf, dass Sie sicher stehen anstatt sicher zu Hängen.

Sie werden es dann eher wieder schaffen aus dem Stand den nächsten Zug zu machen, als wenn Sie an der Boulderwand hängen.

Die Arme benötigen Sie eigentlich nur zum Gleichgewichtsausgleich. Anfänger machen allerdings gerne den Fehler, dass sie sich regelrecht an die Wand klammern.

Rein krafttechnisch hält dies auch ein geübter und durchtrainierter Profi-Kletterer nicht durch. Darum sollte beim Bouldern versucht werden so viel Kraft bzw. Energie wie möglich aus den Beinen zu nehmen.

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Die richtige Klettertechnik

Als Boulder Anfänger sollten Sie vor allem das Eindrehen kennen.

Gerade als Anfänger werden Sie zunächst den Begriff nicht ganz verstehen. Dies hat auch etwas damit zu tun, das das Bouldern eindrehen eigentlich nicht zum normalen Bewegungsablauf des Menschen gehört.

Das Eindrehen ist aber eine Klettertechnik, bei dem Sie es recht einfach haben schnell nach oben zu kommen. Dies ist zwar nicht wichtig, wenn Sie gerade Anfänger sind, wird aber interessant, wenn Sie sich das erste Mal mit jemanden messen wollen.

Als Anfänger werden Sie sich allerdings erst einmal an der Boulderwand bewegen, als wollten Sie eine Leiter hinaufklettern.

Das Bouldern eindrehen, übergeht praktisch diese natürlichen Bewegungsabläufe – das heißt, Sie setzen den rechten Fuß rechts, den linken Fuß links.

An der Boulderwand funktioniert das aber nur bedingt. Denn die Klettersteine sind an der Boulderwand kreuz und quer verteilt. Das heißt, die Klettersteine befinden sich nicht in einer geraden Linie.

Aus diesem Grund ist es nicht möglich, dass Sie Ihre Bewegungen auf dem Weg nach oben so durchführen können, als würden Sie auf einer Leiter die Wand hochsteigen.

Wenn Sie so klettern, nehmen Sie auf der Boulderwand eine eher ungesunde Haltung ein. Ihnen wird es zudem nicht gelingen, so manchen Kletterstein zu erreichen. Zudem sieht es ein bisschen lustig aus, wie Sie an der Boulderwand hängen – so ungefähr wir ein Frosch.

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Und diese Froschhaltung liegt ebenfalls nicht in der Natur des Menschen sie lange durchzuhalten. Die Froschhaltung kostet zudem sehr viel Kraft. Und Kraft ist beim Bouldern eine wichtige Ressource. Sie wollen ja schließlich oben am Ziel ankommen.

Wenn Sie beim Bouldern eindrehen, sieht das weniger komisch aus. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie gut vorankommen an de Boulderwand. Zudem belasten Sie weder Ihre Muskel oder Gelenke und auch Kraft können Sie auf dem Weg nach oben sparen.

 

Richtig Eindrehen

Richtig eindrehen, das machen Sie, wenn Sie so die Boulderwand hochklettern, dass Ihre Hüfte möglichst in einem 90 °C Winkel zur Wand steht.

Wenn Sie ohne Eindrehen bouldern, klettern Sie mit der Hüfte parallel zur Boulderwand.

Das Bouldern eindrehen hat viele Vorteile.

So ist der Fuß in den meisten Fällen genau unter dem Punkt, wo sich die nächsten Klettersteine befinden an der Boulderwand. Um den nächsten Kletterstein zu erreichen, müssen Sie nur noch ein Bein nachziehen.

Ihre Arme werden dadurch entlastet. Zudem ist bei dieser Klettertechnik Ihre Hüfte näher an der Wand. Dadurch zieht Sie die Schwerkraft auch nicht zu sehr von der Boulderwand weg.

Bei der Klettertechnik, bei der ihre Hüfte parallel zur Boulderwand steht, drückt die Schwerkraft Sie nach unten. Doch da Sie nach oben wollen, müssen Sie, um die Schwerkraft zu besiegen, mehr Kraft aufwenden.

*Fingertape für Kletterer und Boulderer

 

Der lange Arm

Achten Sie als Anfänger beim Bouldern auch darauf, was Sie mit ihren Armen machen. Ein typischer Anfängerfehler ist, dass Sie den Arm beugen.

Das heißt, Sie versuchen bei dieser Art von Fehler sich mit Ihren Armen an der Boulderwand entlangzuziehen. Vermeiden lässt sich dieser Fehler wohl nicht als Bouldern Anfänger.

Sie werden allerdings sehr schnell merken, dass dies keine gute Klettertechnik ist. Denn ständig den Arm zu beugen, kostet Sie sehr viel Kraft.

Zudem verringert diese unnatürliche Haltung die Blutzufuhr in den Unterarm. Die Folge ist, dass Ihr Arm anfängt zu schmerzen. Wenn der Schmerz sehr groß ist, könnte es sogar sein, dass Sie auf einmal nicht mehr richtig greifen können und drohen sogar für kurze Zeit den Halt zu verlieren.

Unter Schmerzen können Sie eine der wichtigsten Bouldern Regeln nicht mehr ausführen – die Drei-Punkt-Regel.

Sie sollten vielmehr versuchen die Arme immer gestreckt zu lassen.

Wenn Sie dies tun, kommen Sie nicht nur besser auf der Boulderwand voran. Sie benötigen auch weniger Kraft aus den Unter- und Oberarmen.

Sie benötigen dann nur Kraft in den Händen, um sich am Kletterstein festzuhalten. Für den Fall, dass die nächste Griffmöglichkeit zu nahe um den Arm auszustrecken, können Sie entweder in die Knie gehen oder Sie können nach einem höher gelegenen Kletterstein greifen.

Nach Möglichkeit sollte der Arm möglichst nicht gebeugt werden. Der ausgestreckte Arm ermöglicht nicht nur ein schmerzfreies Bouldern, sondern auch ein schnelles Bouldern.

Nach den Bouldern Regeln ist es natürlich erlaubt, dass Sie einen gebeugten Arm beim Bouldern verwenden.

Wenn Sie mit einem „langen Arm“ Bouldern, ist es auch möglich, „über die Schulter zu klettern“.

Das funktioniert aber nur mit dem „langen Arm“. Dabei ist ein Arm am Kletterstein und unter Spannung. Über die Schulter wird dann der zweite Arm zum nächsten Kletterstein gezogen.

Von den Beinen kommt bei dieser Bouldertechnik ebenfalls eine Bewegung. Beim „über die Schulter klettern“ vollziehen Sie mit den Beinen eine Aufstehbewegung. Dadurch gelingt es die benötigte Distanz zu überbrücken.

Das ist allerdings keine Übung, die Sie als Anfänger beim Bouldern sofort beherrschen werden.

*Fingertape für Kletterer und Boulderer

Auf dem Rücken Traversen überwinden

Wenn Sie als Anfänger an der Boulderwand an eine Traverse kommen, also an einen Querbalken, müssen Sie darauf achten, dass Sie nicht das Gleichgewicht verlieren.

Um dies zu verhindern, können Sie versuchen rückwärts zu klettern. Das heißt, Sie sollten versuchen nicht mit dem Körper und dem Kopf in Richtung des nächsten Klettersteins zu gelangen, sondern mit dem Rücken voran.

Hierzu müssen Sie natürlich eine ideale Ausgangsstellung haben. Wenn Sie die Drehung auf den Rücken im Stehen nicht hinbekommen, versuchen Sie dies aus den Knien heraus. Denken Sie daran, dass ein Arm dabei lang gestreckt bleibt.

 

Sonstige Tipps

Neben Klettertechniken und der richtigen Ausrüstung, gibt es noch einige weitere Tipps, die Ihnen als Anfänger beim Bouldern mit auf den Weg gegeben werden können. Es sind vor allem die Kleinigkeiten, die es Ihnen das Klettern erleichtern, so dass das Bouldern auch wirklich Spaß macht.

*Fingertape für Kletterer und Boulderer

 

Tipps für die Ernährung

Wenn Sie beim Bouldern erfolgreich sein möchten, müssen Sie sich auch entsprechend ernähren.

Bouldern ist ein Sport, bei dem Sie sehr viel Kraft und Ausdauer benötigen. Sie müssen sich auch konzentrieren.

Denn den nächsten Kletterstein und vielleicht auch den übernächsten Kletterstein sollten Sie immer im Blick haben.

Nur dann ist es möglich, dass Sie die Route an der Boulderwand ohne Probleme, also ohne Abbrechen zu müssen, fertig klettern können – daher hier einige Tipps zu Ernährung:

 

Vermeiden Sie Überanstrengung

Bouldern kostet Sie als Anfänger sehr viel Kraft und Konzentration.

Ein Grund dafür ist auch, dass Sie als Anfänger noch über jeden Griff nachdenken müssen. Erst mit der Zeit wird sich bei Ihnen auch die Drei-Punkte-Regel und andere Bouldern Regeln verinnerlichen.

Bis es so weit ist, sollten Sie sich nicht überanstrengen. Das bedeutet, sobald Sie merken, dass Ihre Konzentration nachlässt, sollten Sie die Route auf der Boulderwand abbrechen.

Als Anfänger sollten Sie zudem zwischen zwei Routen auf der Boulderwand eine kleine Pause einlegen. Nutzen Sie die Pause um etwas zu trinken und lockern Sie Ihre Arme und Beine.

 

Nicht unterzuckert an die Boulderwand gehen

Gehen Sie niemals unterzuckert an die Boulderwand!

Allerdings spielen die Menge und auch der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme beim Bouldern eine große Rolle. Was Sie nicht machen sollten, ist unmittelbar von dem Bouldern eine schwere Mahlzeit zu sich nehmen.

Essen Sie also nach Möglichkeit nicht 10 Minuten bevor Sie in die Boulderwand einsteigen ein Käsefondue oder eine Lasagne oder Pizza.

Dieses Speisen liegen sehr schwer im Magen. Und das erschwert das Bouldern sehr. Sie sollten, wenn Sie regelmäßig Bouldern auf eine ausgewogene Ernährung achten.

Den Kohlenhydratbedarf sollten Sie aus verschiedenen Quellen beziehen. Außer Getreideprodukten sollte Ihr Speiseplan auch gespickt sein mit hochwertigen Kohlehydratquellen wie Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten.

Bei den Fetten sollten Sie darauf achten, dass hier die tierischen Fette nicht überwiegen. Essen Sie daher sehr viel Fisch und verwenden Sie zum Würzen und Braten Öle mit Omega-3-Fettsäuren, wie Leinsamen-Öl, Olivenöl und Sonnenblumenöl.

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Achten Sie zudem auf die zeitliche Planung. Wie schon erwähnt, sollten Sie unmittelbar vor dem Bouldern möglichst nichts essen. Im Idealfall sollten Sie als Boulder-Fan möglichst zwei warme Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen.

Legen Sie Ihre Mahlzeiten so, dass Sie möglichst nicht mit leerem Magen klettern. Körperliche Anstrengung wie das Bouldern mit leerem Magen fördert zwar die Fettverbrennung, ist aber schlecht was die Kraftleistung angeht.

Und Kraft benötigen Sie beim Bouldern. Achten aber auch darauf, dass Sie vor dem Bouldern nur eine kleine und gut verdauliche Mahlzeit zu sich nehmen. Auf diese Weise bereiten Sie Ihren Körper ideal auf die Kletterleistung an der Boulderwand vor.

Schon dank einer solchen kleinen Mahlzeit haben Sie den Glykosespeicher in den Muskeln wieder reichlich aufgefüllt. Die Glykogen in den Muskeln werden beim Bouldern schließlich abgebaut und setzen Glukose frei für energetische Zwecke.

Dies gibt Ihnen Kraft und Ausdauer, um eine Route an der Boulderwand erfolgreich zu Ende zu bringen.

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Die Ausrüstung

Entsprechend der Bouldern Regeln müssen Sie bevor Sie den Einstieg auf die Boulderwand wagen, die richtige Ausrüstung vorweisen können. Hierzu gehört Sportkleidung und das richtige Schuhwerk – im Idealfall ein Boulderschuh.

 

Funktionale Kleidung

Wählen Sie zum Bouldern bequeme und funktionale Sportkleidung.

Hier sollte es sich um Sportkleidung handeln, in der Sie sich absolut frei bewegen können. Das heißt, Die Sportkleidung muss jegliche Verrenkungen mitmachen können. Die Sportkleidung sollte passgenau sein und Sie an keinem Körperteil einengen.

Achten Sie daher bei der Wahl der Sportkleidung auf nicht zu enge Ärmel. Dies könnte Sie beim Ausstrecken des „langen Armes“ behindern. Achten Sie auch, dass Sie sehr viel Beinfreiheit haben in der Sporthose.

Diese sollte aber nicht schlappern. Das heißt, die Sporthose sollte nicht zu weit sein, aber auch nicht zu eng. Ideal ist ein Sportshirt aus Funktionsmaterial.

Das heißt, aus einem Stoff, das die Körperflüssigkeiten absorbiert. Wenn Sie Indoor Bouldern, kann das Sportshirt ruhig kurzärmelig sein.

Beim Outdoor-Bouldern sollten Sie je nach Witterung eventuell ein langärmeliges Sportshirt tragen. Bei der Sporthose sollten Sie sich für eine spezielle Boulderhose entscheiden. Diese hat den richtigen Schnitt und ist aus einem Material gefertigt, das für das Bouldern ideal ist.

Die Boulderhose ist auch robust genug, sodass Sie nicht gleich beim ersten Kontakt mit einem Felsen beim Outdoor-Bouldern reißt.

Beispiele für eine Boulderhose: *Lixada Herren kurze Hose, Männer Kletter und Boulder Hose

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Boulderschuhe

Wenn Sie das erste Mal Bouldern, müssen Sie sich nicht gleich spezielle Boulderschuhe kaufen. Diese können Sie sich vor Ort in der Halle oder von Freunden leihen.

Wenn Sie am Bouldern Spaß gefunden haben, sollten Sie sich allerdings eigene Boulderschuhe kaufen. Achten Sie darauf, dass diese speziellen Sportschuhe eine für Sie gute bzw. bequeme Passform haben.

Der Boulderschuh sollte aber stramm am Fuß sitzen. Boulderschuhe sind nicht aus Leder. Denn dieses Material dehnt sich im Laufe der Zeit aus. Aus diesem Grund sind Boulderschuhe aus Kunststoffen hergestellt.

Beim Verschluss ist es Geschmackssache für was Sie sich entscheiden – ob für eine Schnürung oder für einen Klettverschluss. In Boulderschuhen müssen Sie nicht unbedingt Socken tragen.

Wenn Sie Boulderschuhe kaufen, sollten Sie jedoch wegen der Passform schon entschieden haben, ob Sie die Schuhe mit oder ohne Socken tragen werden beim Bouldern. Sie sollten in diesem Fall auch beim Bouldern die Schuhe entweder mit oder ohne Socken tragen.

Tragen Sie in Boulderschuhen, die Sie ohne Socken anprobiert haben, beim Bouldern dann doch Socken, kann es leicht sein, dass der Schuh zu eng ist.

Umgekehrt kann es sein, dass wenn Sie die Boulderschuhe mit Socken anprobieren und beim Bouldern keine Socken tragen, dass die Schuhe zu weit sind.

Damit gehen Sie an der Boulderwand ein großes Risiko ein. Denn zu weite Schuhe können dazu beitragen, dass Sie mit den Füßen bzw. den Schuhen an der Boulderwand am Kletterstein abrutschen.

Jetzt fragen Sie sich sicherlich, was einen Boulderschuh von einem normalen Sportschuh unterscheidet. Der Unterschied ist tatsächlich recht gering.

Boulderschuhe verfügen im Vergleich zu normalen Sportschuhen über eine sogenannte Vorspannung, auch Downturn genannt. Das heißt, die Sohle bei den Boulderschuhen ist gebogen, nicht gerade. Sicherlich kommt Ihnen das ungewohnt vor. Mit der Zeit gewöhnen Sie sich allerdings an diese besondere Sohlenform.

Es gibt auch Boulderschuhe mit einer komplett flachen Sohle. Boulderschuhe haben zudem eine Verstärkung an der Fußspitze sowie vorne an den Seiten und auch an der Ferse.

Beispiele für Boulderschuhe: *La Sportiva S.p.A. Tarantula Men Boulder und Kletterschuh 

 

Kein Schmuck tragen

Verzichten Sie beim Bouldern auf jeden Fall auf Körperschmuck. Das heißt, ziehen Sie vor dem Einstieg in die Boulderwand Uhren, Ringe, Halsketten, Armbänder und Ohrringe aus.

Schmuck bedeutet eine erhöhte Verletzungsgefahr. Auch Brillen sollen Sie bevor Sie sich auf die Route auf die Boulderwand begeben, absetzen. Tragen Sie stattdessen Kontaktlinsen.

Auch Ihr Smartphone sollten Sie nicht mit in die Boulderwand nehmen. Lassen Sie dieses am Boden. In den Boulderhosen gibt es eh keine Taschen.

Beim Bouldern haben Sie eh keine Hand frei, um das Smartphone zu bedienen.

*Chalkbag Set mit Boulder-Bürste zum Klettern und Bouldern, Magnesia-Beutel mit Karabiner, Hüftgurt und 2 Taschen

 

Verwenden Sie Magnesia

Bevor Sie den Einstieg in die Boulderwand wagen, sollten Sie Ihre Hände gut mit Chalk, also mit Magnesia überziehen. Magnesia nimmt die Feuchtigkeit vom Handschweiß auf.

Dies verhilft Ihnen zu einem besseren Halt an den Klettersteinen. Auch werden Ihre Hände auf diese Weise geschont. Das heißt, dass Magnesia verhindern, dass sich ihre Hände aufreiben durch das ständige Greifen nach den Klettersteinen.

*Chalk Magnesium zum Klettern und Bouldern

 

Verwenden Sie Tape

Wenn das Bouldern an Ihren Fingern bereits Spuren hinterlassen hat und diese etwas aufgerieben sind, sollten Sie keine Pflaster verwenden. Pflaster gehen, wenn Sie nach den Klettersteinen greifen, sehr schnell ab.

Besser Sie verwenden Tape.

Damit können Sie bereits lädierte Finger bedecken. Auch wenn Sie durch das Tragen der neuen Boulderschuhe Blasen bekommen haben, können Sie diese mit Tape sehr gut abkleben.

*Tape 1,5cm breit mit Anleitung – ideales Fingertape und Sporttape zum Klettern oder Bouldern