Survival Guide

Kleine Geschichte

Veröffentlicht von

Dunkler Reppin

Inhalt

Vier Freunde

Nach einem wirklich schönen und warmen Sommer wird es Herbst im beschaulichen Dorf Gadelin. Das Dorf liegt westlich in dem Land Nordbachinien und ist von großen Seen umgeben. Jenseits der sichtbar sehr sauberen Seen, sind bei Nacht die großen beleuchteten Städte zu erahnen. Bunte Blätter sind seit einer Woche mehr und mehr zu sehen. Die letzten Blumen graben sich den Weg durch die weiche fruchtbare Erde und die Bäume verlieren schon einzelne Blätter. Es ist mit vierundzwanzig Grad ziemlich warm für diese Jahreszeit. Gadelin hat etwas über zweihundert Einwohner, die Häuser sind großzügig verteilt da die einzelnen Grundstücke durch viel Gemeindeland und Landwirtschaft getrennt sind. Bassam und seine Frau Luci haben im letzten Jahr ein Haus auf dem Grundstück seiner Eltern gebaut und nun für den nächsten Winter einen Kamin nachgerüstet. Es ist eine Jugendliebe, sie haben erst vor zwei Jahren geheiratet. Bassams Vater hatte darauf bestanden. Seine Mutter sagte zu Bassam, dass sein Vater, sich keine andere Schwiegertochter vorstellen könnte. Zufrieden und voller Tatendrang ist Bassam dabei, die alten Eichen, die für den Hausbau weichen mussten, in kleine handliche Stücke zu zerlegen. Das Handy klingelt, „Hallo? Bassam am Apparat.” Am anderen Ende eine nervig quietschige Stimme, „Hallo, Bassam! Hier ist Ina Henning…, es tut uns wirklich Leid aber wir müssen den erteilten Auftrag wieder zurückziehen – die Versicherung zahlt den Wasserschaden doch nicht.” Bassam erwidert mit ruhiger Stimme, „Alles klar, hört sich nach etwas Urlaub an…” Entnervt schaut er sein Telefon an, und legt auf. Das hatte ihm gerade noch gefehlt, die Materialien sind schon bestellt, hoffentlich kann er sie noch abbestellen. Die Muskeln zu Stahl angespannt, rammt er die Axt in den Hauklotz und geht ins Haus, um den bestellten Parkettboden wieder abzubestellen…Ein paar Stunden nachdem er telefonisch mit viel Charme, die Materialbestellung storniert hatte, taucht sein Freund und Nachbar Arsen bei ihm auf. Er hat das baufällige Haus auf dem Nachbargrundstück, welches rückseitig an einen Wald grenzt. Arsen und Bassam lernten sich kennen, als Arsens Mutter immer mal wieder auf den kleinen Bassam aufgepasst hatte, um sich ein wenig Geld dazu zu verdienen. Es war eine schwere Zeit für seine Mutter, ihr Mann ist als Arsen erst zehn Jahre alt war, im Gadeliner See ertrunken. Die Leute denken, dass dies vielleicht auch der Grund war, warum sich seine Mutter später das Leben genommen hat. „Hey Ars wie geht es dir, willst du etwas trinken, Kaffee, Tee?” , fragt Bassam. Arsen lächelt freundlich. „Ich nehme mir schon, danke” , entgegnet er ihm. „Sag mal Bassam, hast du heute in zwei Wochen schon etwas vor? Ich habe einen größeren Auftrag angenommen, den schaffe ich aber nicht allein!” , und sieht ihn mit erwartungsvoll großen Augen an. Allein dem zufriedenen Lächeln von Bassam kann Arsen entnehmen, dass er hier Hilfe bekommt. Nachdem die beiden die Modalitäten ausgemacht haben, schwellen sie in Erinnerungen und erzählen sich Geschichten, was sie schon für Fische hier im See gefangen haben. Worauf hin Luci sich einmischt und sagt, „Jungs, warum fahrt ihr nicht mal wieder auf die Insel, ihr habt doch noch zwei Wochen Zeit. Wer weiß schon wann ihr mal wieder so eine Gelegenheit habt.” Die beiden sehen sich an, Arsen nickt Bassam zu und meint „Coole Idee, lass uns mal heute Abend mit Olaf und Holger darüber reden, du kommst doch oder?” Bassam schaut fragend seine Frau an, zuckt mit den Schultern und meint, „Ja, ich denke schon. Das Spiel will ich auch sehen…!” Auf die Insel Dunkler Reppin, gingen die Jungs früher oft campen, meist um zu Angeln und um vor ihren Eltern zu fliehen. Die Insel wird von den meisten Leuten gemieden, da sich hier vor langer Zeit ein Unglück ereignete. Damals lebte hier eine Familie mit ihren beiden Töchtern in einer schönen Villa. Heute sieht man auf den etwa 2500 Quadratmetern, nur noch bei genauem Hinsehen, die abgebrannten Reste einer Ruine und die zugewucherten Teile vom Keller der Villa. Vom Ufer aus bis zur Insel sind es mindestens drei Kilometer, von dort aus, kann niemand mehr etwas auf der Insel erkennen. Es ist schon kurz vor zwanzig Uhr, Olaf und Holger haben gerade gegessen und beim ersehnten Fußballspiel zwischen FC Astaf und FC Gardelan ist gleich Anpfiff. Draußen ist es schon dunkel, als die Scheinwerfer von Bassams Geländewagen den Raum erhellen. „Ahh da sind sie ja.”, meint Holger mit seiner tiefen Stimme. Bassam betritt gefolgt von Arsen das Lokal, der sich beim reinkommen gleich mal bei der Bedienung einen Kuss abholt. „Hallo Schatz! Bringst du uns gleich mal ein Bier, bitte!?” , flüstert Arsen ihr zu. Kathi antwortet mit lüsterner Stimme, „Klar Baby, kommt gleich.” Nach einer zähen ersten Halbzeit mit wenigen Highlights kommt Bassam langsam zur Sache. Bassam verschränkt seine durchtrainierten Arme auf dem Tisch und sagt mit ernster Stimme, „Jungs, der Auftrag von den Hennings ist ins Wasser gefallen. Ich habe erstmal keine Arbeit für euch.” Holger wischt sich mit dem Handrücken die Nase und fragt, „Und jetzt?” Sich zurücklehnend und wieder die Arme vor der Brust verschränkend, sieht Bassam Holger und Olaf an und antwortet, „Ja…, aber der nächste große Auftrag ist schon da. Allerdings erst in zwei Wochen, da springt dann auch noch ein Bonus raus.” In dem Gesicht von Olaf ist Erleichterung zu sehen. Holger meint aber nur, „Na super, zwei Wochen Langeweile!” “Nein!” , fährt Arsen ihm ins Wort. “Wir wollten euch fragen, ob ihr Lust habt mit auf die dunkle Reppin zu kommen.” , verkündet Bassam, während er sich mit der Hand in den Nacken greift. Voller Begeisterung verabreden sie sich für den nächsten Tag und treffen sich morgens am Schuppen neben dem Haus von Bassam. Es ist neun Uhr in der früh, als sie sich mit einem leckeren Kaffee von Luci stärken und den Geländewagen beladen.Da sie für die nächsten zehn Tage nicht mehr von der Insel kommen wollen, nehmen Sie dieses mal wirklich viele Sachen mit und versuchen auch nichts wichtiges zu vergessen. Zelte, Planen, Töpfe, Besteck, zwei Kisten Bier, diverse Lebensmittel, Gewürze, Schlafsäcke, Kleidung, Kescher, einige Angeln, Radio, Gaskocher und und und. Einfache, alkoholfreie Getränke brauchen sie nicht auf die Insel mitzunehmen, da es dort eine Quelle gibt, die sogar Trinkwasserqualität besitzt. Bassam verabschiedet sich von seiner Frau als würde er noch am Abend wieder zurück sein und schwingt sich zu den anderen in den Wagen. Der Astafer See ist zwar durch einen etwa vier Kilometer langen Weg zu erreichen, allerdings durch einen verwucherten Wald und absolut unwegsames Gelände. Die beiden Ruderboote mit denen die vier zur Insel wollen, sind noch etwa einhundert Meter vom Weg entfernt im Wald versteckt, damit sie nicht auch noch auf wundersame Weise verschwinden. Da sich die Männer nun im Naturschutzgebiet befinden und das Durchfahren hier verboten ist, decken sie den Geländewagen mit dem Tarnnetz von den Ruderbooten ab, um Ärger zu vermeiden. Sie beladen die Boote und machen sich auf zur Insel. Das Wetter ist heute nicht das beste, es regnet schon seit einer Stunde durchgehend. Auf halbem Weg zur Insel merken Arsen und Bassam die in einem der Boote sitzen, dass sich in ihrem Boot ein Leck befindet und immer größer zu werden scheint. Mit lauterer Stimme bricht Arsen heraus, “Bassam du musst rudern, ich mach das Loch zu!” Arsen versucht mit einigen Kleidungsstücken das Loch abzudichten, doch es will ihm einfach nicht gelingen. Er hält seine Jacke und ein Handtuch, mit den Händen auf das Loch, doch es spritzt an den Seiten immer weiter in das Boot hinein. “Es geht nicht!!” , schreit Arsen leicht panisch. Bis zur Insel ist es noch etwas mehr als über die Hälfte an Weg zurückzulegen. Bassam versucht Arsen zu beruhigen und sagt mit ruhiger Stimme, “Hey Ars, komm ruder du mal, ich habe eine Idee.” Er übergibt Arsen die Riemen und fängt an etwas in den Rucksäcken zu suchen. “Was suchst du denn?” ,fragt Arsen. “Einen Topf” ,antwortet Bassam nach einer Weile. Bassam war klar, dass er das Loch nur stopfen konnte wenn er von außen an das Boot könnte, alles andere würde durch den Wasserdruck immer nur den Flicken wieder lösen. Die Füße bis zu den Hosen und die Rucksäcke nass, das Boot halb voll mit Wasser und die beiden Männer völlig erledigt, legen sie an der Insel an und ziehen das Boot ans Ufer um dann schnell die nassen Sachen aus den Rucksäcken zu befreien. Kurz nachdem die Männer die Boote entladen haben, klart das Wetter wieder auf, so dass die kraftvolle Sonne die gerade aufgehängten Sachen wieder trocknen kann. Als erstes bauen die Männer ihre Zelte auf, als wäre es ihnen eingedrillt worden. Holger der früher im Ruderverein trainierte und so eckig und breit ist, wie eine Schrankwand geht Holz sammeln und bringt zum Erstaunen der anderen, zwei dicke Baumstämme mit. Er lässt sie auf den Boden fallen und teilt den anderen mit, “Die hier sind nur zum sitzen!” Woraufhin die anderen schnell beipflichten indem sie ihm zunicken. Nachdem Holger mit Hilfe der anderen genug Holz gesammelt hat und es schön aufgestellt hat will Olaf nun das Feuer anfachen und sucht verzweifelt ein Feuerzeug oder Streichhölzer in den Rucksäcken. Als er dann endlich welche findet, sind sie nicht mehr zu gebrauchen, da sie durch und durch nass geworden sind. Olaf wischt sich die nassen Hände an seiner Hose ab und flucht laut los, “Und wie sollen wir jetzt Feuer machen???” Er weiss nicht das Bassam ein Hobby Survival Begeisterter ist. Er hat so ziemlich alles gesehen und gelesen was mit dem Thema zusammenhängt, kann aber nur die Theorie beisteuern. “Hey Bassam jetzt kannst du dich mal beweisen, zeig uns wie man Feuer macht.” , schreit Arsen spöttisch herüber. Dieser ruft aber zurück, “Du kannst ja gern zurückrudern und ein Feuerzeug holen!” Arsen macht sich aber nur ein Bier auf und lässt sich auf den neuen Sitzgelegenheiten nieder. Während die anderen sich dazu gesetzt haben und sich über Bassam lustig machen, sammelt dieser Zündwolle aus Nestern, trockenem Gras und abgeschabtes Holz welches er zu einer Kugel formt. Außerdem holt er zwei gerade Hölzer unterschiedlicher Bäume die schön trocken sind. Nun spaltet er mit Hilfe seines Messers eins der geraden Hölzer. Dann macht er an der geraden gespaltenen Seite, eine kleine Furche der Länge nach in das Holz. Auf der runden Rückseite am hinteren Viertel macht er mit dem Messer ein Loch in das Holz und zwar so, dass auf der geraden Seite das Loch nicht größer als fünf Millimeter ist. Nun legt er das gespaltene Holz mit der Furche so auf dem Boden, dass die Furche nach oben zeigt. Unter das Loch legt er nun ein großes Blatt damit die Glut hierauf fallen kann. Bassam wickelt nun ein Shirt um das eine Ende des nicht gespaltenen Holzes und reibt diese Hölzer so lange aneinander bis nach ein paar Minuten die gewünschte Glut durch das Loch auf das Blatt fällt. Schnell und vorsichtig nimmt Bassam die Glut und lässt sie in das Nest aus Holzfasern und Zündwolle fallen, er pustet vorsichtig bis das Nest in Flammen steht und will das aufgeschichtete Holz anzünden. Leider war aber die Menge an Zündwolle und Holzfasern viel zu wenig, so dass die Flamme sehr schnell wieder aus war. Völlig deprimiert setzt sich Bassam zu seinen Freunden und sagt, “Verdammt nochmal das habe ich mir einfacher vorgestellt. Will nicht doch jemand ein Feuerzeug holen?” Noch sichtlich begeistert von der Art und angetan von der Geschwindigkeit, wie schnell Bassam da ein Feuer gezaubert hatte, reden ihm nun alle zu, dass er das so super gemacht hat, er solle es noch einmal versuchen. Gestärkt von der Zusprache und dem Versprechen, dass nun alle sammeln helfen um genug Zündmaterial zu haben, war das Feuer schnell gemacht und sie konnten ihre erste Mahlzeit zubereiten. Natürlich kennt Bassam noch unzählige andere Arten, ein Feuer einfacher zu machen, wie zum Beispiel mit einer Batterie aus dem Radio oder einem Stück Glas von einer Bierflasche, allerdings wollte er es sich beweisen, auch so ein Feuer machen zu können. Frisch gestärkt, machen die vier Freunde ihre Angeln fertig und sprechen sich ab wer wo angelt. Olaf angelt ganz herkömmlich mit einem Wurm am Haken und verspricht sich davon einen Aal oder einen Barsch zu fangen und benötigt daher nicht so viel Platz. Holger und Arsen wollen auf größere Raubfische gehen und teilen sich einen Platz nahe Nähe einer kleinen Sandbank und angeln mit dem Blinker. Bassam will Karpfenangeln und stellt seine zwei Angeln in der Nähe der Boote auf, nur für den Fall, dass er doch mal in das Wasser muss. Da das Karpfenangeln eine sehr langwierige Sache ist, hat Bassam sich ein paar Bissanzeiger gebaut, die Alarm schlagen wenn ein Karpfen anbeissen sollte. Lange Zeit passiert einfach nichts, die vier werfen ihre Angeln aus und holen sie wieder ein ohne etwas am Haken zu haben. Doch dann endlich, der ersehnte Biss an Olafs Angel, nach kurzem zurückreißen der Angel ist der Fisch am Haken. Gekonnt holt Olaf die Angel ein und muss zu seinem Bedauern feststellen, dass es nur ein kleines Rotauge ist das sich an seinem Köder zu schaffen gemacht hatte. “Heute ist kein guter Tag zum Angeln!” ,ruft Holger und packt seine Angel zur Seite. “Ja, das Wetter ist viel zu schön” , bestätigt Arsen, aber angelt weiter. Bassam kennt das schon, Karpfenangeln ist etwas für geduldige, eine Tatsache die ihm eigentlich vollkommen widerspricht. Doch bei dieser Tätigkeit hat er die Ruhe weg. Da seine Angeln sich sowieso neben den Booten befinden, hat er beschlossen, sich dem kaputten Boot zu widmen. Er dreht das Boot um, so das er besser an die Unterseite herankommt. Das Boot benötigt ein Stück Brett das man austauschen müsste. Leider haben sie aber auf der Insel keine Bretter und auch keine Schrauben oder Nägel, einen Kleber haben sie aber auch nicht. Bassam trennt aus dem oberen Teil des Bootes ein Stück Brett heraus um dieses dann unten einzusetzen. Da keine Befestigungsmöglichkeiten vorhanden sind, geht Bassam auf die Suche nach Kiefern da sich dort oftmals an abgebrochenen Ästen, Harz ansammelt. Er kratzt das Harz ab und nimmt es mit zum Feuer. Dort angekommen, sucht sich Bassam, um eine gerade Fläche zu haben, einen Stein den er halbieren kann und verteilt das Harz darauf. Den belegten Stein, legt Bassam nun vorsichtig in die Glut damit das Harz heiß wird. Er achtet darauf, dass es nur langsam heiß wird, da es sonst ganz schnell zu brennen anfängt oder seine Klebkraft verliert. Nachdem der nun fertige Kleber einsatzbereit ist, nimmt Bassam ihn mit zum Boot und bestreicht das herausgetrennte Stück Holz großzügig mit dem Kleber. Danach nimmt er etwas von der Asche aus dem Feuer und gibt sie als Härter auf das Harz und klebt das Holz auf die Leckage. Als die ganze Sache nun ausgehärtet ist, nimmt Bassam wieder etwas von dem Harz und dichtet die eventuellen Undichtigkeiten restlos ab. Die Stunden vergehen, Olaf hat mittlerweile schon zwei ansehnliche Aale gefangen. Holger und Arsen halten nur mit je einem kleinem Barsch dagegen. Bassam hat leider noch nichts gefangen, was ihn aber auch nicht weiter irritiert. Er wechselt nochmal den Köder, bevor er mit den anderen das Feuer für die Nacht schürt, um dann den gefangenen Fisch zubereiten zu können. Ein Glück haben die vier noch viele andere Lebensmittel, wie zum Beispiel Kartoffeln und Zwiebeln dabei, ansonsten wäre ihr Abendmahl wohl sehr dürftig ausgefallen. Es ist fast drei Uhr in der Nacht, die vier Männer liegen in ihren Schlafsäcken und träumen vor sich hin. Plötzlich ein Höllenlärm auf der Insel, ein Ohrenbetäubendes Geräusch, reißt die vier aus ihren Träumen. Arsen ist der erste der aufschreckt und sich in seinem kleinem Zelt hinstellt, so dass es von außen aussieht, als versuche er sich mit dem Zelt zu bekleiden… Bassam kommt mitsamt dem Schlafsack aus dem Zelt gelaufen, aber fällt immer wieder hin, während er orientierungslos in Richtung Wasser läuft… Holger krabbelt mit der Taschenlampe am Kopf vorweg aus dem Zelt und fragt Olaf, der noch auf der Suche nach dem Reißverschluss vom Zelt ist, was da los ist. Als die beiden, Bassams Laufversuche mit seinem Schlafsack sehen, brechen sie in schallendes Gelächter aus. Die Bissanzeiger von Bassam, welche mit einhundertzwanzig deziBel Alarm schlagen, wollen vermitteln, dass ein Fisch an der Angel ist. Bassam hat sich nun endlich von seinem lästigen Schlafsack befreit, nimmt die Angel in die Hand und muss gleich mal feststellen, dass es sich keinesfalls um einen kleinen Fisch handelt. Behutsam versucht er die Schnur mit der Rolle einzuholen, doch der Fisch am Haken hat andere Pläne. “Karpfen angeln ist nicht so einfach, den muss man erst müde machen!” , erklärt Bassam angestrengt. Als er bemerkt, dass der Fisch die Sehne fast zerreißt, entschließt er sich, den Fisch im Boot weiter zu drillen. Er steigt in das Boot und lässt sich von dem Fisch über den See ziehen bis dieser müde wird. Nach einem etwa zweistündigem Kampf holt Bassam langsam die Schnur ein, er lässt den Fisch aber noch im Wasser und fährt mit ihm wieder zur Insel. Dort angekommen ruft Bassam mit flüsternder Stimme, “Ars, komm mal, hilf mir bitte mit dem Kescher…!” Arsen schiebt den Kescher vorsichtig unter den Fisch und versucht ihn aus dem Wasser zu heben. Nun sind sie sich sicher, es ist wirklich ein Karpfen, ein riesiger Karpfen. Arsen kann das schwere Vieh gar nicht aus dem Wasser heben, er muss ihn rausziehen, einfach an Land über den Sand ziehen. Außerhalb des Wassers kann man das ganze Ausmaß sehen, der Karpfen ist geschätzt einen Meter lang und mindestens fünfundfünfzig Zentimeter hoch. Bassam schätzt den Karpfen auf etwa zwölf Kilogramm, er entfernt den Haken aus seinem Maul und schiebt ihn zurück ins Wasser. “Was soll das denn???” ,schreit Arsen empört. “Den kannst du nicht essen, Ars. Wenn die so groß sind dann schmecken die nur noch nach Motter…ungenießbar!” , antwortet Bassam und gibt dem Karpfen den letzten Schubs. Kaum wieder Wasser unter dem Bauch, erwacht der Karpfen wieder zum Leben und macht die beiden Hobbyangler mit einer Welle nass, bevor er dann, in den von der Nacht in schwarz gefärbten Tiefen des Sees verschwindet. Am nächsten Morgen, wird beim Frühstück die Nacht nochmal unter lautem Lachen ausgewertet. Da Arsen und Holger am Vortag nicht so viel Glück beim Angeln gehabt haben, entscheiden sie sich dafür heute mit dem geflickten Boot rauszufahren und dort ihr Glück zu versuchen. Bassam macht das gleiche wie am Tag davor, nimmt nur andere Köder. Olaf wechselt auch nur sein Fanggebiet und verspricht lauthals, mindestens fünf Fische die auch zum Essen geeignet sind zu fangen. Nach der Sonne zu urteilen, ist es jetzt ungefähr elf Uhr, als Arsen und Holger noch immer mit dem Boot unterwegs sind. Sie haben Mittlerweile jeder schon drei ansehnliche Barsche gefangen und rudern jetzt wieder zur Insel, weil sie Hunger verspüren. Die Insel ist noch etwa siebenhundert Meter entfernt, als Holger ausversehen mit dem Fuß in das ausgebesserte Leck mit dem Fuß tritt. Sofort dringt massiv Wasser in das Boot ein, Holger versucht es mit seinen Händen zu zuhalten und schreit, “Ruder schneller sonst sinken wir!” Keine hundert Meter weiter, ist das Boot nun so voll gelaufen, dass es keinen Sinn mehr hat es weiter zu versuchen. Das Boot sinkt, die Angeln und gefangenen Fische sind auch weg. Gemeinsam schwimmen sie zur Insel, wobei Holger sich währenddessen bei Arsen entschuldigt. Arsen erwidert aber nur, “Brauchst dich nicht entschuldigen, falsches Boot.” Auf der Insel angekommen, trocknen die beiden ihre Sachen und verkriechen sich in ihren Zelten um sich aufzuwärmen. Da Olaf Mittlerweile schon sechs gute Barsche und einen großen Aal gefangen hat, dachte sich Bassam es wäre gut die Fische zu räuchern, weil es zum einen lecker ist und zum zweiten werden sich die Fische um einiges länger halten. Also reibt er die Fische mit Salz ein und hängt sie in einer Mülltüte an einen Baum. Dann hebt er einen kleinen Graben aus der nicht tiefer als zwanzig Zentimeter ist, er soll später als Belüftung dienen. Am Ende des Grabens macht er eine kleine Feuerstelle die ringsum mit Steinen erhöht wird, um darauf das mitgebrachte Grillrost zu legen. Um die Feuerstelle herum, steckt Bassam etwa einen Meter lange Stöcher in die Erde, die er danach untereinander am oberen Ende zu einem Dreieck verbindet. Auf den Grillrost stellt er einen Topf in dem sich eingeweichte Holzschnipsel befinden, sie sollen nachher den Rauch entwickeln. Über die Stöcker legt er jetzt eine in Wasser eingeweichte alte Decke, welche verhindern soll, dass der Rauch entweicht. Nachdem die Fische etwa drei Stunden in Salz eingelegt waren, hängt Olaf die Fische mit Hilfe von Draht über den Topf und zündet das kleine Feuer an. Der rauchige Geruch verteilt sich auf der ganzen Insel und treibt Holger und Arsen aus ihren Zelten. Der Fisch muss am Anfang bei etwas höherer Temperatur durchgegart werden. Man kann es gut erkennen, wann diese Phase abgeschlossen ist in dem man darauf achtet, dass sich die Bauchlappen schön spreizen. Sollte es zu heiss gewesen sein, wäre die Haut des Fisches aufgerissen. Danach wird die Temperatur gedrosselt und mehr Rauch erzeugt. Kurze Zeit später, ist der Räucherfisch fertig und die vier Männer genießen ihre Beute. Aufgrund dessen, dass Olaf zur Zeit der erfolgreichste Angler ist, entschließen sich die Freunde in nächster Zeit nur noch nach seiner Methode zu Angeln. Der zweite Tag geht zur Neige. Am nächsten Morgen sitzen die Freunde bei einer frischen Tasse Kaffee am Feuer, als plötzlich zwei Kampfjets über dem See, mit einem lauten Knall die Schallmauer durchbrechen. Den Männern fällt vor Schreck fast der Kaffee aus den Händen. “Ist das nicht verboten?” ,fragt Holger. “Soviel ich weiß, ja.” ,antwortet Bassam. “Wenn ich hier Empfang hätte, würde ich das melden!” ,schimpft Olaf der selbst gerne fliegt. Etwa eine Stunde später überfliegen ein Dutzend Helikopter den See in Richtung Astaf. Arsen fasst sich nachdenklich an die Stirn und meint, “Da muss etwas passiert sein!” Über der Stadt Astaf, braut sich etwas zusammen, es könnte eine Gewitterwolke sein, das würde auch nahelegen warum es aus der Richtung die ganze Zeit donnert. Bis zum Abend passiert nichts mehr. In der Dämmerung scheint es aber als würde die Stadt brennen. Bassam macht das Radio an um zu hören ob in Astaf etwas passiert ist. Doch kein einziger Sender ist zu empfangen, immer nur kurze Bruchstücke von Worten die den Weg durch die Lautsprecher finden. Bassam versucht es ein letztes mal mit dem Radio, er drückt den Knopf für seinen Lieblingssender, doch es passiert nichts. Enttäuscht davon keine Informationen erhalten zu haben, stößt er das Radio zur Seite und wendet sich wieder seinen Freunden zu. Die Nacht bricht ein, aus der Stadt Astaf sind noch immer Donner zu hören. Keiner der Männer glaubt noch an ein Gewitter, mit dem Ungewissen und einem schlechten Gefühl in der Magengegend versuchen sie zu schlafen. Es ist etwa ein Uhr in der Nacht, als auf der Insel ganz leise eine Musik ertönt. Bassam wird wach, die Musik ist beängstigend, fast wie in einem schlechten Horrorfilm. Er kommt langsam aus seinem Zelt. Die Augen weit aufgerissen versucht er mit seiner Taschenlampe die Quelle der Musik zu finden. Nahe der Feuerstelle liegt das Radio, er hatte es nicht ausgemacht. Er nimmt das Radio und versucht die anderen Sender. Alle Sender sind wieder zu empfangen, doch irgendetwas ist anders. Die Musik, sie ist ganz anders als sonst. Am nächsten Morgen, erzählt Bassam den anderen von seiner nächtlichen Entdeckung. Um zu hören, ob seine Freunde die gleiche Empfindung haben, macht Bassam das Radio noch einmal an. Tatsächlich, die Musik unterscheidet sich sehr von der die sonst auf den Sendern zu hören ist. Da wo sonst Rock und Pop oder Elektro zu hören ist, gibt es jetzt nur noch Klassik oder Marschmusik. Die Nachrichten die sonst zu jeder halben und vollen Stunde gesendet werden, fallen komplett aus. “Das ganze ist doch schon recht eigenartig.” ,findet Arsen. Etwas irritiert von den Vorkommnissen, aber nicht weiter beunruhigt, gehen die vier wieder ihren Beschäftigungen nach. Sie angeln, schnitzen, räuchern und sitzen am Feuer um sich amüsant zu unterhalten oder sich ernsthaften Gesprächen zu widmen. Die Zeit vergeht wie im Flug, als sich Olaf nachdem er einen Fisch an Land gezogen hat und diesem vom Haken machen will, tief in seine Hand schneidet. Sofort versucht Arsen ihm zu helfen, in dem er ihm einen Verband anlegt. Seine Wunde ist jedoch so tief und stark blutend, dass Holger sich entschließt mit Olaf ins Boot zu setzen und nach Gadelin zu Dr.Hessel zu fahren. Auf der Hälfte des Weges, hat Olaf schon so viel Blut verloren, dass sein Gesicht schon ganz weiß geworden ist. Er ist kaum noch ansprechbar. Das letzte Mal, als sich Holger nur ein wenig geschnitten hatte, ist Olaf bei dem Anblick fast ohnmächtig geworden. Man musste ihm mehr helfen als Holger mit seiner kleinen Schnittwunde. Es ist nicht mehr weit bis an das Ufer, Holger ist zwar früher viel gerudert, hat sich aber so verausgabt, dass er nur noch aus den letzten Kraftreserven schöpfen kann um das Ufer zu erreichen. Endlich angekommen, rennt Holger zum versteckten Geländewagen und holt ein paar Dextrose Tabletten aus dem Handschuhfach die Bassam für seinen Vater immer dabei hat. Er gibt Olaf die Tabletten, der diese gleich zu sich nimmt und es ihm danach sichtlich besser geht.

 

Soldaten

 

 

Holger zieht das Boot aus dem Wasser in Richtung Auto, als er durch die Bäume hindurch auf dem einhundert Meter weit entfernten Weg zwei Soldaten sieht. Sofort rennt Holger laut rufend und wild mit den Armen wedelnd zu den Soldaten. Die Soldaten rufen zurück, “HALT STEHEN BLEIBEN!!!” , und eröffnen umgehend das Feuer. Als die Gewehrsalven erklingen, schreckt Olaf zusammen, er weiß gleich, dass etwas passiert sein musste, denn Holgers Rufe endeten abrupt. Voller Furcht vor dem was kommt, versteckt sich Olaf im dicht bewachsenen Wald unter Farnen und kleinen Ästen um die Soldaten zu beobachten. Die Soldaten reden mit einem Dialekt wie man ihn nur in Südbachinien findet. Sie scheinen eine Art Patrouille zu sein, denn sie gehen ganz in Ruhe, die Umgebung mit den Gewehren absuchend, weiter. Aber warum sind Soldaten der Südbachinien Armee hier. Nord und Südbachinien sind schon seit Ewigkeiten verfeindet. Erst kürzlich hatte Südbachiniens Machthaber, mit Auslöschung gedroht, falls Nordbachinien nicht bald die Sanktionen gegen sein Land aufheben wird. Als von den beiden Soldaten keiner mehr zu sehen ist, kommt Olaf aus seinem Versteck gekrochen und tastet sich langsam zu Holger vor. Sie haben ihn einfach liegen gelassen. Holger ist tot, von mehreren Kugeln getroffen ist er zusammengebrochen. Olaf kann es selbst nicht fassen, dass er so ruhig bleibt. Er nimmt die Autoschlüssel aus Holgers Jackentasche, schleicht zum Geländewagen und verbindet seine Hand neu, danach zieht er Holgers Leichnam in den Wald und legt ihn unter großer Anstrengung in das Boot. Nachdem Olaf die Leiche abgelegt hat, wartet er darauf, dass es Nacht wird und fährt im Schutz der Dunkelheit mit Holgers Leichnam zur Insel. Bassam hilft beim reinziehen des Bootes. Sie hatten die Schüsse gehört und sich gefragt was sich da ereignete. Olaf erzählt schluchzend und unter Tränen was auf der anderen Seite passiert ist, woraufhin Bassam und Arsen sich jetzt sofort ins Dorf schleichen wollen um nach ihren Familien zu sehen. Olaf will auf keinen Fall wieder zurück, er hat sich entschlossen auf der Insel zu bleiben und ein Grab auszuheben, damit sie Holger später eventuell beisetzen können. Bassam und Arsen ziehen sich ihre Neoprenanzüge an und schnappen sich ihre Schlafmatten aus einem Styropor ähnlichem Material, um mit ihnen die zwei Kilometer Wasser sicherer zu durchschwimmen. Der Himmel ist bedeckt, das Wasser ist schwarz und das Ufer ist nur zu erahnen, so dunkel ist diese Nacht. Es ist ganz schön anstrengend so weit zu schwimmen wenn man es nicht gewohnt ist, Arsen muss sich auf etwa halbem Weg kurz ausruhen und ist dankbar seine Isomatte dabei zu haben. Als sie endlich das Ufer erreichen, flüstert Bassam, “Wir müssen ganz leise sein, sie dürfen nicht mitbekommen, dass wir hier sind.” Ihre schwarzen Neoprenanzüge sind die perfekte Tarnung, als sie sich auf den Weg ins Dorf machen. Die beiden sind sich einig, dass sie den Weg meiden sollten und schlagen sich deshalb einen Weg durch den Wald. Gar nicht so einfach das Dorf zu finden wenn man sich an nichts orientieren kann. Bassam hatte Arsen zuvor überredet, dass sie zuerst zu seinem Haus gehen da es auch das abgelegenste Haus im Dorf ist. Da es schon nach Mitternacht ist, wundert er sich nicht weiter, dass in seinem Haus kein Licht mehr brennt als sie dort eintreffen. Die Vordertür ist verschlossen. Bassam denkt, “Endlich schließt sie mal die Tür ab.” ,als er den Haustürschlüssel aus seinem Versteck holt. Leise schließt er die Tür auf und gibt Arsen ein Zeichen, dass er hier draußen warten soll. Bassam geht langsam und vorsichtig, damit er seine Frau Luci nicht aufweckt, die Holztreppe nach oben. Er öffnet die Schlafzimmertür langsam und kann im dunkeln zwei Personen im Ehebett sehen. Außer sich vor Wut, schaltet Bassam das Licht an und schreit Luci an. “KAUM BIN ICH DREI TAGE WEG BRAUCHST DU EINEN NEUEN STECHER?!” Doch unter der Decke kriechen zwei Junge Männer hervor, sie sind sichtlich verwundert Bassam in dem Schlafzimmer zu sehen. Sofort greift einer zu seinem Gewehr, steht mit nur einer Unterhose bekleidet vor Bassam und fordert ihn lautstark und in einem Südbachinien Dialekt dazu auf, zurück nach draußen zu gehen. Widerwillig geht Bassam mit dem Gewehr im Rücken die Treppe runter. Er weiß genau, wenn er draußen ist, wird der Typ mit der Waffe ihn erschießen. Am unteren Ende der Treppe, noch im Hausflur bleibt Bassam stehen dreht sich um und stellt den Typ mit der Waffe, überlaut zur Rede, “Hey man, was soll das? Wer sind sie eigentlich? Wo ist meine Frau und was machen sie in meinem Haus?” Woraufhin dieser aber nur mit einem gestreckten Fußtritt in Bassams Bauch antwortet. Bassam geht rückwärts von Schmerzen gekrümmt und mit gesenktem Blick aus seinem Haus. Der Fremde mit der Waffe folgt ihm und zielt dabei auf Bassams Kopf. Kaum tritt der Fremde durch den Türrahmen, streckt ihn ein Kantholz mit einem heftigen Schlag auf seinem Kopf nieder. Es war ein dumpfer Ton, den das Kantholz verursachte, aber das Brechen des Schädels war deutlich zu hören. Arsen hatte alles mit angehört und dem Hausbesetzer mit nur einem Schlag den Schädel so zertrümmert, dass dieser auf der Stelle tot ist. Bassam greift sich gleich die Waffe, stürmt nach oben in sein Schlafzimmer wo der andere gerade versucht sein Gewehr zu greifen und schießt ihm ohne Vorwarnung in den Arm. Jammernd und die Hände vor seinen Kopf haltend, fleht er auf Knien um Gnade, “Bitte erschieß mich nicht!” ,wimmert er mit zitterndem Organ.”WER BIST DU, WAS WILLST DU HIER?” ,brüllt Bassam ihn an. Er ist ein schmales Hemd und klein wie eine Frau. Arsen und Bassam erfahren, dass der Typ der vor ihnen auf den Knien sitzt, Janeck heißt und mit seiner Armee aus Südbachinien im ganzen Land eingefallen ist. Alle Bewohner von Nordbachinien werden gefangen gehalten, als Sklaven missbraucht oder wurden in Arbeitslager gesteckt. Sehr viele Leute wurden bei Widerstand und während der Invasion getötet oder hingerichtet. Die Soldaten konnten sich ihre künftigen Häuser aussuchen und sich dort Einquartieren. Bassam will wissen wo seine Frau ist, doch Janeck stellt sich plötzlich Stur, er will nicht verraten wo seine Frau ist. Trotz alle dem, dass Bassam ihn mit dem Griff von dem Gewehr ins Gesicht schlägt verrät er nichts. Stinksauer und mit kochender Wut in seinem Bauch, zieht Bassam ihn an seinen Haaren durch das Haus, die Treppe herunter bis nach draußen. Bassam faucht Janeck mit Hasserfüllten Augen an, “Sag mir wo meine Frau ist, oder du bist tot!” “Töte mich doch, den Schuss wird jeder hören und dann bist du tot! Ich sage dir Nichts!” ,antwortet Janeck mit einem fiesen Ausdruck in seinem Gesicht. Kaum hat er das ausgesprochen, wirft Bassam das Gewehr in Arsens Hände, greift sich das blutige Kantholz und schlägt mit all seiner Kraft auf Janecks Kopf. Kurz bevor das Kantholz auf seinem Schädel niederging, konnte er noch die Angst und Verblüffung in seinen Augen sehen. Janeck bricht tot, in sich zusammen. Arsen meint zu Bassam, “Wir müssen die Leichen beseitigen.” Worauf er ihm schweigsam beipflichtet. Sie gehen zum Schuppen nahe des Hauses holen sich Spaten und Schaufel und graben genau neben dem Komposthaufen ein großes Loch. Sie werfen die beiden Leichen in das Loch schütten es zu, treten alles fest, verteilen die restliche Erde auf dem Komposthaufen und graben diesen etwas um, damit die Erde nicht obenauf liegt. Arsen und Bassam durchsuchen das Haus nach Waffen sowie Munition und packen alles außer die Gewehre in ihre eben gefundenen Rucksäcke. Arsen will jetzt unbedingt noch in sein Haus um nach seiner Freundin Kathi zu sehen. Es ist schon vier Uhr, das Dorf hüllt sich in Dunkelheit, nur vereinzelte Lampen beleuchten die breiten Straßen. Das Problem welches nun besteht ist, wie kommen sie ungesehen zum Haus von Arsen. Jede Straße dorthin wird von bewaffneten Soldaten patroliert. Mit olivgrünen Rucksäcken ausgestattet und den Gewehren in der Hand, schleichen sie über viele Umwege zum Haus von Arsen. Seine Bleibe ist ein großes, sehr altes Fachwerkhaus mit einem Reetdach und kleinen Fenstern, sowie einer angrenzenden Scheune, allerdings ist es momentan einer Baustelle gleichend. An seinem Zuhause angekommen, sucht Arsen verzweifelt nach seinen Schlüsseln die er immer unter das Dach vom Vogelfutterhaus hängt. Irgendwer scheint die Schlüssel weggenommen zu haben. Da sein Werkzeugschuppen nie verschlossen ist, holt er sich von dort zwei große Schraubendreher um die Balkontür auszuhebeln und so ins Haus zu gelangen. Er hebelt von unten und Bassam an der Seite wo der Knauf ist. Plötzlich ein lautes Krachen, dass durch Mark und Bein geht, die Glasscheibe ist gebrochen aber fällt nicht heraus. Um nicht erwischt zu werden, verstecken sich die beiden Freunde augenblicklich in seinem Schuppen. Nichts passiert, kein Licht geht an und es kommt auch niemand raus. Vorsichtig pirschen sich Arsen und Bassam wieder an die Balkontür und öffnen diese nun. Sie gehen in sein Haus, ohne das Licht einzuschalten durchsuchen sie das Haus. Arsen geht als erstes in das Schlafzimmer und das Gästezimmer während Bassam ihn mit dem Gewehr im Anschlag begleitet. Aber keine Menschenseele ist im ganzen Haus zu finden. Arsen macht sich große Sorgen und fragt, “Wo sollen wir jetzt suchen?” “Keine Ahnung.” ,antwortet Bassam Schulterzuckend. Bassam überlegt laut, “Wo würde die Armee zweihundert Menschen einsperren können?” “In der Sporthalle!” ,antwortet Arsen. Es dämmert schon, jetzt noch weiter zu suchen wäre lebensmüde, also machen sie sich erst einmal wieder auf den Weg zur Insel. Vorher packen sie ihre Rucksäcke noch voll mit allerhand Zeug und Konserven, allem was sie so brauchen können. Bis sie am Boot angekommen sind, ist es schon taghell. Jetzt mit dem Boot überzusetzen ist keine gute Idee. Also knoten sie viele Zweige und Gestrüpp zusammen, um sich darin zu verstecken, während sie mit der Tarnung zum anderen Ufer schwimmen. Olaf sieht auf das Wasser, er wartet schon sehnsüchtig auf die beiden. Er rechnet schon mit dem schlimmsten. Als Arsen und Bassam mit ihrer Tarnung endlich aus dem Wasser steigen, bekommt Olaf eine kleine Panikattacke weil er sie bis zum Schluss nicht kommen sehen hat. Auf den neuesten Stand gebracht und mit allen Informationen versorgt, entschließt sich Olaf in der nächsten Nacht mit nach Gadelin zu kommen und bei der Suche zu helfen. Noch geschockt von den Ereignissen, entschließen sich die Männer Holger beizusetzen, Olaf hatte schon ein Grab ausgehoben und ein ansehnliches Kreuz inklusive einer Gravur geschnitzt. Olaf, der ihm am nähesten stand, sagt ein paar sehr bewegende Worte als sie Holgers Leichnam mit Erde bedecken. Von der Trauer überwältigt, verbringen sie den Tag in sich gekehrt und reden kaum ein Wort miteinander.Bassam überlegt sich, ob sie nicht besser die nächste Zeit hier auf der Insel bleiben sollen, denn Frage die sich stellt ist, wird sich an dieser Situation jemals etwas ändern. Aber um hier länger bleiben zu können, müssen sie sich hier aber besser Einrichten, sonst werden sie es nicht lange überleben. Das Wetter wird am Abend zunehmend schlechter. Der Wind lässt größere Wellen auf dem See entstehen, was ein eher seltener Anblick ist. Die Männer sitzen in einem der Zelte und spielen Karten, um sich so vor dem Regen schützen zu können. Der Regen wird immer kräftiger, er drückt so sehr auf die Zeltwand, dass man das Gefühl hat, das Zelt bricht gleich zusammen. Ein paar Minuten später, nimmt der Wind noch weiter zu, starke Böen lassen die Bäume schwanken. Mit einem Mal ein lautes Krachen, ein Baum bricht unter der Last des Windes, man hört die Äste bersten, als der Baum mit einem dumpfen Poltern auf dem Boden aufschlägt. Schnell ist den Männern klar, dass sie hier nicht mehr sicher sind. Eilig packen sie ihre Sachen zusammen und flüchten in den völlig zugewucherten Keller der Ruine, die sich in unmittelbarer Entfernung befindet. Das scheint ihnen im Moment der sicherste auf der Insel zu sein, da sie nicht von einem Baum erschlagen werden können. Dort angekommen, treten sie die Vegetation nieder damit sie sich ein wenig besser bewegen können. Sie versuchen dort eines der Zelte wieder aufzustellen, doch es bleibt dank des Wetters nur bei einem Versuch. Den Elementen ausgesetzt, sitzen sie kauernd unter dem Schutz einer Zeltbahn, die sie sich über die Köpfe halten, während sie auf das Ende dieses Unwetters warten. Als nach Stunden das Wetter wieder aufklart, kommen Sie aus ihrem sicheren Unterschlupf und sehen das ganze Ausmaß der Verwüstung. Einige Bäume sind dem Sturm erlegen, einer von ihnen liegt genau auf dem Zelt von Olaf, wäre dort jemand drin gewesen, er wäre jetzt tot. Es ist schon wieder Abend und es wird bald dunkel. Wenn man sich den Himmel ansieht, weiß man, dass es nur eine kurze Auszeit gibt. Die drei bauen sich eine notdürftige Unterkunft, die sie vor den noch folgenden Regenmassen in der Nacht schützen soll und legen sich schlafen. Am nächsten Morgen besprechen sie ihre Pläne. Olaf der leider schon lange keine Familie mehr hat, möchte nachts in die Häuser einbrechen und Guerilla mäßig die Soldaten nacheinander töten, bis keiner mehr von ihnen da ist, jedoch wird dieser Plan schnell wieder verworfen. Arsen will herausfinden, wo ihre Familien und die Dorfbewohner gefangen gehalten werden und will sie dann befreien, was alle für eine gute Idee halten. Bassam möchte aber auch, dass sie sich auf den Herbst und den kommenden Winter vorbereiten, denn sie werden sich weiter vor den Soldaten verstecken müssen und halb erfroren können sie nichts gegen die Armee ausrichten. Außerdem müssen sie Nahrungsquellen ausmachen, damit sie nicht verhungern. “Und wo wollen wir anfangen?” ,fragt Arsen. Olaf antwortet, “Ist doch klar, Nahrung ist das wichtigste!” Nach beschlossener Sache, überlegen sie wie sie sich am besten versorgen sollen, denn sie können nicht immer darauf vertrauen, dass auch jedes Mal beim Angeln ein Fisch anbeisst. Bassam fällt ein, dass sich direkt am Rande des Sees ein landwirtschaftlicher Betrieb befindet. Er hofft, dort Nahrungsmittel und andere Sachen zu finden die sie für ihr Überleben benötigen. Da es noch früh am Tag ist, können sie die Farm nicht unerkannt mit dem Boot erreichen. Deshalb kümmern sie sich jetzt doch zuerst um ihre Unterkunft. Als erstes, machen sie den Keller der Ruine frei von allem was dort im Innern gewachsen ist. Der Keller ist etwa vierzig Quadratmeter groß und in zwei fast gleiche Räume unterteilt die mit einem zwei Meter großen Durchgang verbunden sind. Da sie von den Kellerräumen, den gesamten Platz benötigen, entschließen sie sich eine Kelleraußenwand freizulegen und dort anschließend einen Eingang durch die Wand zu brechen. Als sie damit fertig sind, ist der alte Betonboden wieder sichtbar und man kann sich schon fast vorstellen es hier drin wohnlich zu machen. Da die gesamte Decke des Kellers fehlt, bearbeiten sie die umgefallenen Bäume so, dass sie als Trägerbalken für das zukünftige Dach dienen können und legen sie oben auf die Kellerwände. Den dicksten von ihnen legen sie in die Mitte und die anderen legen sie mit einer Seite auf die Kellerwand und mit der anderen auf den mittigen Baumstamm, damit das Dach ein Gefälle bekommt. Bassam baut eine Tür um sie vor den Eingang stellen zu können, dazu benötigt er einige gerade gewachsene, etwa zwei Meter lange Äste die er dann miteinander verbinden kann. Hierfür benötigt er noch Seil, welches er sich aus der Rinde von jungen Bäumen flechet. Das Dach stellen sie aus vielen einzelnen Ästen her, die sie danach mit den Stoffen und Planen von den alten Zelten bedecken. Zur Dämmung, zur Tarnung und damit die Zeltbahnen und Planen nicht wegfliegen können, wird das Dach nun noch mit Moos und Gras bedeckt. Ihre neue Behausung sieht nun so aus, wie man es aus Büchern über kleine Fabelwesen kennt. Nachdem der Unterschlupf fertig und ausreichend getarnt ist, bricht die Dunkelheit herein. Die Männer essen schnell noch etwas, bevor sie in die Nacht aufbrechen. Bassam ist hin und hergerissen, er will viel lieber nach seiner Familie sehen, als jetzt für Nachschub zu sorgen. Nach einem kleinen Streit zwischen Freunden, konnte Bassam die anderen überzeugen heute Nacht doch ihre Familien zu suchen. Sie schwimmen, wieder mit Hilfe der Isomatten und in Neopren gehüllt an das andere Ufer. Damit sie sich besser bewegen können, haben sie heute nur die zwei gefundenen Pistolen als Waffen dabei. Die Sporthalle ist von außen hell beleuchtet, es stehen ungefähr ein Dutzend große Baustrahler auf jeder Seite des Gebäudes. Mehrere Patrouillen umkreisen großflächig das Gebiet, in dem sich die Sporthalle befindet. Ein unbemerktes eindringen in das Gebäude scheint unmöglich. “Verdammt, wie sollen wir denn da vorbei kommen?” ,flüstert Bassam leise, die Hand vor dem Mund haltend. “Ich könnte sie vielleicht ablenken, wenn ich genug krach mache…” ,schlägt Olaf vor. Arsen will lieber den Strom abschalten, und dann von der Rückseite ins Gebäude gehen. Bassam hält das aber für zu gefährlich, aber stimmt beiden Vorschlägen zu und erklärt wie es funktionieren kann. Sie schleichen sich alle zum Haus von Arsen, da sie damit rechnen, hier am ehesten ungesehen ein paar Besorgungen machen zu können. Als sie angekommen sind, müssen sie feststellen, dass in seinem Haus das Licht an ist. Arsen, drängt Bassam zurück und flüstert, “Ich kann das nicht, nicht schon wieder!” “Okay, wartet hier! Beide!” antwortet Bassam und schleicht sich zu Arsens Schuppen. Nach kurzer Suche, nimmt er den Alleskleber und ein altes Feuerzeug. Als er wieder umkehren will, steht dort plötzlich ein Soldat draußen an der immer noch kaputten Balkontür und raucht. Er ist sichtlich betrunken und an seiner Zigarette raucht er eine gefühlte Ewigkeit. Durch einen kleinen Schlitz in der Schuppenwand kann Bassam erkennen, dass sich in Arsens Haus zwei Frauen aufhalten, die dort eindeutig nicht freiwillig sind. Es sind zwei Frauen aus Gadelin, die eine kennt er nicht genau, weil sie und ihr Mann erst vor ein paar Monaten ins Dorf gezogen sind und die andere ist Nadine, eine ganz junge Kollegin von Arsens Freundin. Das Schwein mit der Zigarette hält sie sich wahrscheinlich als Sklavinnen. Bassams Hand greift fest entschlossen, das kleine Beil was neben seinem Kopf hängt. Der Soldat ist nach langem Warten fertig mit seiner Zigarette und will wieder in das Haus gehen. Bassam reißt die Schuppentür auf und rennt mit dem Beil in der gehobenen Hand auf den Soldaten zu, als dieser sich umdrehen will, steckt das Teil schon in seinem Kopf und er sinkt wie ein Stein in sich zusammen. Bassam öffnet langsam die Balkontür und flüstert den beiden Frauen zu “Hey! Kommt mit, der ist tot!” Die beiden Frauen sehen Bassam und den toten Soldaten an und ziehen sich wortlos ein paar Schuhe an, wobei sie sich andauernd ängstlich umschauen. Mit den beiden Frauen hinter sich, trifft Bassam blutverschmiert nach nun fast zwanzig Minuten, endlich bei Arsen und Olaf wieder ein. Auf die fragenden Gesichter, antwortet Bassam vorschnell, “fragt nicht, ich erzähls später! Wir müssen eine Leiche verstecken!” Arsen weist die beiden Frauen an, sie sollen sich hier hinter der Hecke verstecken bis sie gleich wieder zurückkommen. Nach nicht einmal zehn Minuten sind die drei wieder zurück, doch von den beiden Frauen fehlt jede Spur. “Arsen, was hast du zu den beiden gesagt?” ,flüstert Bassam. Arsen antwortet, “Nur, dass sie hier warten sollen!” Worauf Olaf sich einmischt und sagt, “Kann ich bestätigen.” Achselzuckend gehen die drei mit der Beute aus dem Schuppen und der Pistole vom Soldaten wieder zur Sporthalle. Olaf nimmt all die Munition und eine Waffe die sie dabei haben an sich und geht los. Arsen schleicht sich zum Verteilerkasten, der sich ungefähr siebzig Meter von dem äußersten Scheinwerfer befindet und wartet auf das Zeichen von Bassam, das Kabel zu kappen. Bassam stellt sich so auf, dass er möglichst schnell an der Rückseite der Sporthalle auf einen kleinen Vorbau klettern kann, um dann ins innere des Gebäudes zu sehen. Für Arsen und Bassam heißt es jetzt Abwarten. Unterdessen geht Olaf soweit von der Sporthalle weg, dass er die Soldaten zwar noch erkennen kann, aber trotzdem weit genug entfernt ist, um die Soldaten weglocken zu können. Dann legt er den einen Teil der Munition unter einem Auto ab und übergießt sie mit dem Alleskleber den er danach anzündet. Dann rennt er in gebückter Haltung zum nächsten Auto, das etwa hundert Meter weiter weg steht und vom anderen Auto aus nicht sichtbar ist, hier wiederholt er das ganze dann noch einmal. In dem Moment, als er den Alleskleber wieder über die Munition gießt, entzündet sich die Munition unter den ersten Auto so, dass es nach Gewehrsalven klingt. Er zündet wieder den Kleber an und verschwindet von dort. Die Soldaten reagieren wie geplant, die Patrouillen laufen zu den verschiedenen Explosionen, wo sie dann nur brennende Autos vorfinden werden. Arsen kappt die Stromversorgung von den Scheinwerfern und Bassam klettert schnell auf die kleine Erhöhung um durch das Fenster sehen zu können. Und tatsächlich, es sieht aus wie eine Notunterkunft. Im Innern stehen viele Betten dicht an dicht, die Halle ist mit gedämpftem Licht beleuchtet. Die Menschen darin schlafen und werden von bewaffneten Soldaten bewacht. Und wie erwartet, sind seine und Arsens Familie darin gefangen, sie liegen genau vor dem Fenster. Bassam muss sich zwingen, nicht gegen die Fensterscheibe zu klopfen, die Wache würde es mit Sicherheit hören. Um Punkt zwölf Uhr treffen sie sich im nahe gelegenen Waldstück wieder. Bassam erzählt ganz aufgeregt von dem was er im innern der Sporthalle gesehen hat. “Verdammt.” ,antwortet Arsen. Olaf schaut ihn fragend an, woraufhin Arsen fortfährt, “Wir müssten alle umbringen, wenn wir sie da wirklich rausholen wollen. Das schaffen wir nie!” Bassam antwortet, “Nein, zu gewagt! Das waren heute insgesamt vierzehn Soldaten. Die können wir nicht alle auf einmal töten. Das wäre ein Selbstmordkommando! Wir müssen uns etwas anderes überlegen!” Bassam meint eine Idee zu haben, er schlägt vor, erstmal herauszufinden, ob es an der Sporthalle immer die gleichen Soldaten sind. Dazu will er zweimal in der Woche und vier mal im Monat kontrollieren ob die gleichen Soldaten eingesetzt wurden. Für den Fall, dass es so ist, kommt Olafs Plan zum Einsatz, dann will Bassam die Soldaten vor ihrer Schicht außer Gefecht setzen oder sie zur Not auch töten, um dann mit weniger Gegenwehr ins Gebäude zu kommen. Arsen ist Hobbyfotograf und in seinem Haus sind einige Kameras, mit denen man auch aus sicherer Entfernung, scharfe und detailgetreue Fotos machen kann. Also schnell wieder zu Arsens Bleibe. Das Haus von Arsen finden sie im gleichen Zustand vor wie sie es auch verlassen haben. Das Licht brennt und die Balkontür ist noch immer offen. Arsen bemerkt gleich die Blutspur als er sein Haus über die Terrassentür betritt. Er bittet Bassam das Blut zu beseitigen, es ist zu auffällig. Unterdessen holt Arsen zwei seiner Kameras und ein großes Paket mit Batterien aus dem Schrank. Arsen stellt die Kameras ein und legt neue Batterien ein. Als er Olaf erklären will wie er damit Fotos macht, schiebt dieser ihn von sich weg. “Was ist los Olaf!” ,fragt Arsen. Er zeigt auf seine verbundene Hand und macht Arsen klar, dass er damit noch nicht einmal eine Kamera halten könnte. Seine Hand sieht sehr schlecht aus, die Wunde ist entzündet. Als Bassam das mitbekommt, fragt er Arsen ob er nicht noch ein paar Schmerztabletten und Antibiotika hat. Arsen bekommt von seinem Arzt bei jeder Kleinigkeit Antibiotika verschrieben, aber nehmen tut er sie selten. Er packt alle Medizin in das Kosmetiktäschchen von Kathi und gibt sie Olaf, der sehr dankbar dafür ist. Mit den Kameras bewaffnet, machen sie sich wieder auf zur Sporthalle. Aus sicherer Distanz, machen die beiden von jeder Patrouille und jedem der in diesem Gebäude ein und ausgeht Fotos, die sie dann an den folgenden Tagen und Wochen, mit den Soldaten abgleichen können. Mittlerweile ist es auch schon wieder sechs Uhr und es wird Zeit sich auf den Weg zur Insel zu machen. Völlig erledigt kommen die drei auf der Insel an. Arsen meint, “Gutes Training, dieses Schwimmen.” Und zaubert den anderen ein Schmunzeln ins Gesicht. Sie machen sich eine große Dose Rindergulasch mit Spiralnudeln auf und ohne sie auch nur ein bisschen warm zu machen, verschlingen sie diese in nur wenigen Minuten. Geschafft von der Nacht, legen sie sich schlafen. Es ist Nachmittag als der Lärm von Rotorblättern sie aus ihren träumen reißt. Ein Hubschrauber kreist mehrere Male über der Insel, bevor er wieder in Richtung Astaf fliegt. In Sorge darüber, ob er etwas gesehen hat, will Olaf von der Insel runter. Bassam nimmt ihn beiseite und geht mit ihm über die Insel und zeigt Olaf, das man aus der Luft wirklich nichts erkennen kann. Alles ist getarnt, sogar das Boot, man kann rein gar nichts erkennen. Trotzdem lässt Olaf nicht locker, “Die haben bestimmt Wärmebildkameras.” Woraufhin Bassam ihm nichts mehr entgegnen kann. Arsen versucht auch noch auf Olaf einzureden, aber seine Angst sitzt tiefer. Olafs Entschluss die Insel zu verlassen steht fest. Wie von Bassam gelernt, knotet er viele Zweige und Gestrüpp zusammen, um sich darin zu verstecken, wenn er zum anderen Ufer schwimmt. Sie verabschieden sich herzlich und mit der Gewissheit, sich höchstwahrscheinlich nicht wieder zu sehen.

 

Gefangene

 

 

Die Nahrungsmittel gehen zur Neige, es reicht höchstens noch eine Woche, sie müssen heute Nacht zu der Farm rudern. Bis zur Dunkelheit ist es noch Zeit, Arsen versucht ein oder zwei Fische zu fangen, während Bassam einen anderen Plan verfolgt. Er geht los um auf der Insel viele Stöcker oder Äste zu suchen. Als er so um die fünfzig Stück hat, legt er seinen Kescher ins Wasser und steckt ringsum den Kescher je einen Stock in den Boden. Danach nimmt er den Kescher heraus und verbindet die Stöcker zu einem Kreis, in dem er noch mehr Stöcker in den Sand steckt. Den Kreis schließt Bassam aber nicht, in Richtung tiefes Wasser lässt er zwei Stöcker weg, damit dort die Fische rein schwimmen können. An der Öffnung, steckt er noch ein paar Stöcker in das Innere des Kreises in den Boden und zwar so, dass die Öffnung nach innen größer wird. Jetzt nimmt Bassam den Kescher und biegt den Rahmen so, dass der Kescher in das innere der Reuse passt. Zu guter letzt, wird die Reuse von oben abgedeckt, da Fische immer den Drang haben sich zu verstecken, werden sie dann eher dort hinein schwimmen. Wenn jetzt ein Fisch in die Reuse schwimmt, dann schwimmt er in der Regel in kreisenden Bewegungen über dem Kescher. Aber dadurch, dass der Ausgang im Innern des Kreises ist, wird er meist an ihm vorbei schwimmen. Jetzt kann Bassam einfach die Abdeckung von der Reuse nehmen und den nach oben geklappten Griff des Keschers nach oben ziehen. Mit ein wenig Glück, sind dann ein paar kleinere oder größere Fische gefangen. Wenn man jetzt noch einen Köder in die Mitte legen würde, erhöhen sich die Fangchancen erheblich. Arsen hatte unterdessen Glück, ihm ist ein kleiner Karpfen an den Haken gegangen. Ausgenommen und in Stücke zerteilt, bereiten sie ihn auf dem kleinen Gaskocher im Topf mit frischem Quellwasser zu. Es wird langsam Dunkel, Bassam und Arsen bereiten sich frisch gestärkt darauf vor, in ein paar Minuten mit dem Boot zur Farm zu rudern. Sicherheitshalber ziehen sie sich wieder ihre Neoprenanzüge an. Außerdem nehmen sie noch eine Pistole und eine Eisenstange mit, falls sie etwas aufbrechen müssen. Unbemerkt kommen sie am Ufer der Farm an. Das Ruderboot verstecken sie unter dem ziemlich hohen Steg und gehen zu dem naheliegendsten Gebäude. Es ist ein Lagerhaus, hier liegen Unmengen von Getreide und Kartoffeln. “Super!”, denkt sich Bassam “Genau was wir brauchen.” Arsen will schon das Boot beladen, als Bassam ihm sagt er solle noch warten. Bassam will sich noch die anderen Gebäude ansehen. Er sucht noch Schläuche und eine Bohrmaschine, oder etwas ähnliches das als Stromgenerator dienen kann. Sie verlassen das Gebäude und gehen zu dem nächsten, welches aussieht als könnte es eine Werkstatt sein. Als sie die Tür öffnen, entpuppt sich das Gebäude jedoch als Garage für zwei Traktoren. Ersteinmal abwinkend gehen sie zum Haupthaus wo sie unter anderem auch Werkzeuge finden. Während Arsen sich einen Hammer und ein riesiges Paket Nägel nimmt, greift Bassam sich so viele Schläuche die er tragen kann und bringt sie zum Boot, es müssen insgesamt etwa zweihundert Meter gewesen sein, für seinen Plan auf der Insel benötigt er aber mindestens fünfhundert Meter. Er nimmt die nächsten vier Rollen Schläuche, als ihm wegen eines Geräusches das von draußen kommt, fast das Herz stehen bleibt. Arsen und Bassam verstecken sich schnell, allerdings an wirklich schlechten Positionen, währenddessen hält Bassam die Waffe in Richtung Tür. Aber niemand kommt zur Tür herein. Nach ein paar Sekunden wieder dieses Geräusch, es ist ein wildes Klopfen. Es klingt aber nicht so als wäre es nur eine Person die da klopft. Arsen flüstert, “Vielleicht braucht ja jemand Hilfe?” Sie warten noch ein paar Minuten, das Klopfen wird aber nicht weniger. Bassam geht langsam, mit der Waffe nach vorn gerichtet aus der Tür heraus und folgt dem geklopfe. Als sie vor einem Käfig stehen, klopft es erneut, wieder gefriert ihnen vor Schreck das Blut in den Adern. Sie sehen in den Käfig und erblicken viele Kaninchen darin. Gleich ist klar, dass sie davon ein paar mitnehmen wollen. Bassam packt weiter seine Schläuche in das Boot, gleichzeitig packt Arsen Kartoffeln und einen Sack Getreide mit hinein. Nachdem das Boot schon fast voll ist, nehmen sie noch eine Batterie aus einem der Traktoren und eine Ersatzlichtmaschine mit. Außerdem finden sie noch einen Spannungswandler, Kabel und einen kleinen elektronischen Tischherd mit nur fünfhundert Watt, sowie eine Felge, die sie von einem größeren Fahrrad abmontieren. Anschließend verfrachten sie noch sechs Kaninchen in einen Karton und fahren noch vor Mitternacht zur Insel, wo sie die sechs kleinen Klopfer gleich wieder frei lassen. Arsen und Bassam legen sich auf ihre Isomatten und schlafen ein. Am nächsten Morgen, teilt Arsen Bassam mit, dass er in dieser Nacht ein wenig gefroren hat. Er will jetzt wissen, wie Bassam mit Hilfe der Schläuche, den Keller beheizen will. Bassam erklärt sein Vorhaben ganz bereitwillig, “Du warst doch dabei, als wir den Leichnam neben dem Komposthaufen vergraben haben. Wir mussten doch danach, den Haufen umgraben wegen der Erde. Da hast du doch sicher bemerkt, dass der Kompost dabei gedampft hat weil er so warm war.” “Ahh, jetzt verstehe ich, naja zumindest den Ansatz.” ,antwortet Arsen. Da die Ruine mit samt des Kellers, höher gelegen ist als der Rest von der Insel, will Bassam versuchen eine Art Schwerkraft-Fußbodenheizung zu bauen. Er bittet Arsen, den Betonboden mit Hilfe einer kleinen Axt, so aufzukratzen, dass der Schlauch in Schlangenlinien in den Fußboden versenkt werden kann. Da der Beton über die Jahre dem Wetter ausgesetzt war, sollte er leicht zu bearbeiten sein. Den ausgekratzten Boden mischen sie danach mit Wasser an und wollen ihn dann über den Schlauch spachteln um ihn wieder zu verstecken. Bassam sammelt und rupft alles an Vegetation ab und wirft es auf einen Haufen. Er sammelt so viel, dass bald nichts mehr zu finden ist. Also nimmt er den Klappspaten, um noch kleinere Äste und Zweige von den Sträuchern und Bäumen abzutrennen. Sein Plan ist ein Haufen mit etwa drei Metern im Durchmesser und mindestens einhundertfünfzig Zentimetern Höhe. Dann hebt er, wieder mit Hilfe des Klappspatens, eine Art Fundament neben dem Eingang des Kellerunterschlupfes aus. Nachdem er endlich damit fertig ist, gesellt sich Arsen zu ihm. Bassam fragt ihn, “Bist du schon fertig?” Er antwortet, “Ja, aber den Schlauch wollte ich noch nicht reinlegen. Ich will erst sehen ob es funktioniert.” Ohne Einwand macht Bassam weiter. Als nächstes legt er eine Schicht des Kompostmaterials auf den Boden, wo er danach den Schlauch in Schneckenform oben auflegt. Das äußere Ende des Schlauches, ist etwas länger und hängt außen in Richtung Kellereingang. Als das erledigt ist legt er Kompostmaterial oben auf den Schlauch. Um genügend Hitze im Schlauch zu entwickeln, verbindet er nun die Mitte der oberen und unteren Spirale mit Hilfe von Zeltstangen. Diesen Vorgang wiederholt er nun so oft, bis fast zwei Meter Höhe erreicht sind. Am Ende der Arbeit, hat Bassam nur noch eine fünfzig Meter Rolle übrig, womit er jetzt, die Schläuche am oberen mittigen Ende und am unteren äußeren Ende mit der Fußbodenheizung verbindet. Wenn man sich das jetzt alles von der Seite ansieht, dann kann man erkennen, dass der gesamte Komposthaufen tiefer liegt als der Fußboden vom Keller. Somit sollte das Wasser durch die Erwärmung im Schlauch nach oben steigen, dann in die verlegte Fußbodenheizung fließen und dort wieder abkühlen. Dadurch ist ein stetiger Kreislauf geschaffen um den Raum zu beheizen. Bassam nimmt an, dass die Heizung, so etwa bis zum Ende des Winters halten müsste, bis die Kompostierung abgeschlossen ist. “Hast du super gemacht.” ,sagt Arsen und schaut Bassam verwundert an. “Wie meinst du das?” ,fragt Bassam. “Naja, es funktioniert, der Schlauch ist warm! Aber sollte da nicht Wasser in den Schlauch?” “Naja, was mit Wasser geht, sollte auch mit Luft gehen, wobei ich denke, dass Wasser effektiver sein wird.” ,antwortet Bassam. “Und wie bekommen wir das Wasser da rein?” Bassam erwidert, “Das zeige ich dir jetzt! Komm mal mit zur Quelle!” Die Trinkwasserquelle befindet sich in nur zwanzig Meter Entfernung. Bassam versucht den Schlauch in den Ausgang der Quelle zu drücken und zu fixieren, was aber nur mittelmäßig glückt. Es reicht jedenfalls aus, um das Wasser zur Fußbodenheizung zu transportieren. Aber bevor sie weitermachen, bewässern sie den Komposthaufen von oben bis unten damit der Kompostierungsvorgang angeregt wird. Bassam schneidet den Schlauch im Keller auf und verbindet ihn zum T-Stück mit der Wasserzuführung aus der Quelle. Desweiteren macht er noch ein kleines Loch weiter daneben und legt dieses Ende höher und wartet bis dort das Wasser wieder austritt. Als letztes steckt er kleine geschnitzte Holzpfropfen in die eben gemachten Löcher. Die Fußbodenheizung ist fertig. Schon nach kurzer Zeit ist der Boden angenehm aufgeheizt und die Wärme verteilt sich im gesamten Keller gleichmäßig. Der ausgekratzte Betonboden den Arsen gesammelt hat, vermischt er nun mit Wasser um ihn über den verlegten Schlauch im Boden zu spachteln, dadurch sollte der Boden wieder glatt werden und von der Fußbodenheizung nichts mehr zu sehen. Leider funktionierte dieses Vorhaben nur in der Theorie und die Schläuche sind weiter sichtbar. Überglücklich und zufrieden mit der Heizung, geht Arsen zu der Stelle, an der Bassam die Reuse errichtet hat und holt den Kescher aus dem Wasser. Der Anblick lässt seine Augen leuchten, als er zwei große und mindestens zehn kleine Fische darin findet. Mit der Beute aus dem Kescher, kommt Arsen zurück, er nimmt die Fische aus, salzt sie und spießt sie auf kleine angespitzte Stöckchen auf, die er dann an einem zugigen Platz am Baum aufhängt um sie zu trocknen. Der Tag neigt sich dem Ende zu. Die beiden haben sich noch zwei Sitzgelegenheiten gebaut und sitzen im warmen und trockenen Keller, wo sie überlegen ob sie morgen Nacht wieder die Soldaten an der Sporthalle überprüfen. Während Arsen vorgibt noch ein wenig Angeln zu wollen, legt sich Bassam schlafen. Nur ein paar Minuten später, zieht Arsen seinem schwarzen Neoprenanzug an und rudert mit seiner Kamera und einer Pistole bewaffnet zum anderen Ufer. Er will Bassam beweisen, dass er nicht immer warten muss, bis sie scheinbar etwas zusammen entscheiden, was Bassam aber insgeheim schon festgelegt hat. In dem Moment, als Arsen das Boot von Strand über die vielen kleinen Steine ins Wasser zieht, wird Bassam von eben diesen Geräuschen wach. Bassam streift hektisch seinen Schlafsack von sich und läuft nach draußen. Sein Freund ist aber schon zu weit auf dem Wasser, als das er ihm hinterher rufen wollte. Instinktiv will Bassam ihm folgen, er hat Angst, dass ihm etwas passieren könnte. Schnell läuft er zurück zur Unterkunft. Er rollt seine Isomatte zusammen, zieht seinem schwarzen Neoprenanzug an und beeilt sich Arsen hinterher zu schwimmen. Bassam hat Mühe Arsen zu finden. Er setzt sich an einem vermeintlich sicheren Platz um nach Arsen Ausschau zu halten. Ohne Vorwarnung klopft ihm jemand auf die Schulter. Bassam erschrickt heftig und fährt in sich zusammen. “Ich bin es nur!” , flüstert Arsen. “Was machst du hier?” , will Bassam wissen. “Du weißt sehr genau was ich hier mache Bassam, ich will wissen, ob es wieder die gleichen Soldaten sind!” , erwidert Arsen und zieht seine Augenbrauen zusammen. “Okay, sowas in der Art dachte ich mir schon. Aber warum allein?” , fragt Bassam verwundert. Genervt, antwortet Arsen, “Jetzt nicht! Sonst haben wir gleich die Soldaten am Arsch. Komm mit, die Fotos habe ich schon, ich will nur noch etwas aus meinem Haus holen. Oder willst du das jetzt erst ausdiskutieren?” “Okay, ich komm ja.” , flüstert Bassam und folgt Arsen in gebückter Haltung zu seinem Haus. Arsen bittet ihn kurz zu warten und verschwindet in seinem Schuppen, wo er hörbar ein paar Sachen zu suchen scheint. Es war nicht anders zu erwarten, das Licht geht an und zwei Soldaten kommen aus dem Haus. Bassam kann nichts tun er hatte keine Waffe mitgenommen. Der erste ist ein langer Kerl, bestimmt über zwei Meter groß, dünn und drahtig und wieder nur mit einer weißen Feinripp Unterhose bekleidet. Folgen tut ihm ein vergleichsweise zwergen artiger Mann mit langem Bart und kleinem Wuchs. Beide sind mit Macheten bewaffnet und laufen schnurstracks auf den Schuppen zu, da von dort die Geräusche kommen. Mit erhobenen Waffen stehen sie vor der Schuppentür und öffnen diese, als sie mit einem Mal wie vereist stehen bleiben. Die beiden gehen rückwärts und lassen ihre Waffen wieder sinken. Bassam sieht, wie die Pistole als erstes den Schuppen verlässt. Die Hand in der sich die Pistole befindet, gehört zu Arsen. Als nun alle drei auf dem Rasen vor dem Schuppen stehen, fängt Arsen an zu grinsen und sagt, “Seit wann kommt man mit einem Messer zu einer Schießerei?” Den Spruch findet er schon immer gut, er hatte ihn mal in einem Film gehört. “Bassam komm bitte mal her und hole das kleine Beil raus, damit hast du doch schon Erfahrung!” Bassam kommt aus seinem Versteck und holt das Beil und ein paar Kabelbinder aus dem Schuppen. Er stellt sich hinter die beiden Soldaten, die nun mittlerweile auf ihren Knien vor Arsen hocken. Er fesselt ihre Hände auf dem Rücken mit den Kabelbindern und hilft ihnen aufzustehen. Während Bassam seine Hand in der sich das Beil befindet, fest zusammen drückt, sagt er. “Wir gehen besser in deinen Keller, dort hört man uns nicht wenn wir sie verhören.” Die Augen der beiden werden groß und ängstlich als sie Bassams Worte hören. Der Lange Typ sagt, “Nein, nein, wir sagen ihnen alles sie müssen uns nur fragen. Sie müssen uns nicht extra in den Keller bringen, bitte!” “Okay!” , erwidert Arsen. “Dann sagt uns mal, wie viele Soldaten sind hier in Gadelin stationiert?!” Der Lange scheint der redselige von den beiden zu sein. Er antwortet, mit zitternder Stimme, “Wir sind mit einhundertfünfzig Männern hier stationiert.” Er erzählt weiter, “Einmal im Monat, muss ich Meldung an den Befehlshaber machen.” “Dann bist du das Arschloch, dass hier das Sagen hat?” , platzt Bassam heraus. “Nein, nur der Funker!” , antwortet der Lange. “Was musst du melden, welche Ziele verfolgt ihr?” , will Arsen wissen. Wieder antwortet der Lange, “Wir sollen die Menschen von hier, uns Untertan machen und ich muss melden wie die Fortschritte sind. Jede Familie aus Südbachienien, soll mindestens einen Sklaven oder eine Sklavin haben, die ihnen dann dienen sollen. Unsere Aufgabe ist es, die Menschen aus Nordbachinien umzuerziehen.” “Und wie sieht diese Umerziehung aus?” fragt Bassam. Schweigen. Keiner der beiden will auf diese Frage eine Antwort geben. Arsen ist ungeduldig und greift dem kleineren, da er noch gar nichts gesagt hat, in seinen Bart und zieht ihn in Richtung Keller, hinter sich her. Bassam weiss sofort was Arsen vor hat und schiebt den Langen Kerl, vor sich her, indem er seine Arme hinter seinem Rücken nach oben schiebt. Seinen Keller hatte Arsen erst vor kurzer Zeit aufgeräumt neu gestrichen und den Fußboden gefliest. Er wollte einen Partykeller daraus machen und in die Mitte einen Billardtisch stellen. Der Keller sollte komplett leer sein. Arsen stößt mit seinem Knie, die Tür zum Keller auf und macht auf der ersten Stufe der Treppe das Licht an. Er kann nicht glauben, was er dort unten sieht. Nackt und mit Ketten am Hals an die Heizung gefesselt, hocken Nadine und die Frau die noch niemand kennt, auf einer Matratze in der Ecke. Arsen stößt den Bärtigen vor Wut die Treppe hinunter. Man kann es sehen und hören wie sein Kopf auf die Stufen der Betontreppe aufschlägt, Bassam glaubt gesehen zu haben, wie es ihm das Genick gebrochen hat. Er bleibt regungslos liegen. Bassam passt auf, dass der Lange nicht auch noch die Treppe herunter fällt. Unten angekommen befreien Sie die jungen Frauen von ihren Ketten und geben ihnen ihre Kleidung zurück, die am anderen Ende des Zimmers liegt. Die Frauen sehen schwer misshandelt aus, sie sind übersät mit blauen Flecken und Blutergüssen. “Das ist also die sogenannte Umerziehung? Oder was?” , schreit Bassam und schlägt ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. Die zierliche kleine Nadine ist kaum älter als siebzehn Jahre, sie nimmt eine der Ketten mit denen sie gefesselt war, wickelt sie dem Typen um den Hals und schreit ihn an, “Na, gefällt es dir? Toll wenn man so gewürgt wird oder?” , und hängt mit ihren geschätzten fünfundvierzig Kilogramm Körpergewicht, von hinten an dem Langen Kerl und zieht an den Enden der Kette bist dieser mit rotem Kopf zusammenbricht. Schon wieder zwei Tote die sie verschwinden lassen müssen. Sie schleppen die erste Leiche nach oben und werfen sie hinter den Schuppen, der mit der Rückseite an einer dichten und hohen Eibenhecke steht. Bassam und Arsen holen die zweite Leiche und verstecken sie ebenfalls hinter dem Schuppen. Bassam sagt zu Arsen, “Sag mir doch bitte endlich, warum wir eigentlich hergekommen sind.” Arsen holt eine große Kunstoffflasche und eine Gasmaske aus dem Schuppen und hält Bassam die noch geschlossene Flasche vor seine Nase. “Widerlich, was ist das es stinkt einfach ekelhaft!” , stellt Bassam mit gerümpfter Nase fest. “Das ist Buttersäure! Ich will, dass wir versuchen, die Soldaten, mit diesem Zeug, von der Sporthalle zu verjagen.” , antwortet Arsen. “Das klingt nach einem Plan.” , erwidert Bassam. Als sie die Frauen fragen was sie jetzt machen wollen, sagen diese, sie wollen mit ihnen mitgehen. Bassam und Arsen lehnen das aber ab, da sie erst zur Sporthalle wollen, sie würden die Frauen aber später hier abholen. Die beiden machen sich auf den Weg zur Sporthalle. “Wie wollen wir die Buttersäure denn jetzt ausbringen?” , fragt Bassam. “Lass mich mal machen, ich werde hier in die Kanalisation einsteigen und mit Hilfe dieser Spritze, ringsum die Sporthalle, von unten durch die Gullideckel, die Buttersäure rausspritzen. Und dann schaun wir mal was passiert.” Arsen zieht seine Gasmaske an, sie heben den Gullideckel an und er verschwindet in der Kanalisation. Nach nicht einmal fünfzehn Minuten, schreit der erste Soldat, “Igitt, ist das widerlich!” und verschwindet von seiner Position.” Danach noch ein paar weitere Soldaten die ihre Positionen verlassen. Einer von ihnen, übergibt sich sogar, als er den Geruch wahrnimmt. Arsen hat so viel von dem Zeug versprüht, dass Bassam es sogar in seinem Versteck noch riechen kann. Ein paar der Gullis sind so dicht an der Sporthalle, dass auch die Soldaten die darin Wache schieben, herausgelaufen kommen um sich von dem Gestank zu retten. Arsen kommt aus dem Gulli zurück zu Bassam, nimmt seine Maske ab und grinst, “Na, funktioniert doch super.” Bassam nickt ihm freudestrahlend zu, “Ja, klappt super! Und was machen wir jetzt?” “Na, wir holen die Leute raus!” Kaum hat Arsen den Satz beendet, sieht er wie alle Soldaten, jetzt mit Gasmasken ausgestattet, wieder ihre Positionen einnehmen. Arsen ballt seine Hände zu Fäusten und flucht während er seine Zähne zusammen beißt, “Verdammte Scheiße!” Deprimiert, schleichen sie wieder zum Haus von Arsen um dort die Frauen abzuholen. Kurz vor seinem Haus sehen sie, zwei mit Gewehren bewaffnete Männer, welche die beiden Frauen vor sich hertreiben als wären sie Vieh. “Was sollen wir machen?” , flüstert Arsen. “Viele Möglichkeiten gibt es nicht, wir haben nicht genug Waffen um sie aufzuhalten. Ich denke, wir sollten ihnen folgen um zu sehen, wo sie hingebracht werden.” Als ihnen nach einer Weile ein Geruch von Butter und Essigsäure in die Nase steigt, bekommen sie langsam eine Ahnung wohin die Frauen gebracht werden. In der Ferne hört man Geschrei, man kann aber nicht verstehen worum es geht. Plötzlich ertönen zwei Gewehrsalven und das Geschrei verstummt. Als sie dichter kommen, sehen sie, wie zwei Leichen auf einen olivfarbenen Lastwagen geworfen werden und die Frauen in die Sporthalle gebracht werden. Es ist fünf Uhr durch und sie beschließen sich wieder auf den Rückweg zu machen. Nachdem sie die Insel erreicht haben, stellt Bassam, Arsen zur Rede. Er will jetzt wissen warum er allein und ohne Bescheid zu sagen, die Insel verlassen hat. Arsen gibt ihm zu Verstehen, dass es das Gefühl hat, Bassam müsste alles allein entscheiden weil er Arsen nichts zutraut. Bassam versichert ihm aber, dass es nicht seine Absicht war. In Zukunft werden sie alles besprechen und erst handeln wenn sie sich einig sind. Arsen hatte versucht die Fische zu trocknen, er muss nun aber feststellen, dass der Trocknungsvorgang, sehr viel Zeit in Anspruch nimmt und es hier außerdem viel zu feucht dafür ist. Wenigstens sind die Fische aber noch gut da er sie eingesalzen hatte. Sie beschließen, die Fische nach dem sie etwas geschlafen haben, zu Räuchern. Es ist schon Nachmittag als sie aus ihren Träumen erwachen. Für die nächsten vier Tage wollen sie auf der Insel bleiben. Bassam holt den Kescher aus der Reuse und hat einige kleine Fische gefangen, zusammen mit denen die sie schon eingesalzen haben, reichen sie für zwei Mahlzeiten. Während Arsen, die Fische ausnimmt und einsalzt, hängt Bassam die anderen Fische schon mal zum Räuchern auf. Bassam überlegt, was sie zum geräucherten Fisch dazu essen. Sie haben noch einige Konserven, die er jetzt öffnen könnte, außerdem haben sie noch Kartoffeln und Getreide. Aber er hält es für besser, diese Nahrungsmittel noch aufzusparen, der Winter wird sicher kommen. Bassam geht los um nach Wildpflanzen zu suchen, die er ernten kann, um sie gleich zum Fisch, dazu zu essen und um sie auch in den vorhanden leeren Schraubgläsern, von den Pfirsichen und eingelegten Gurken haltbar zu machen. Als erstes schaut er nach allem Grünzeug was noch so wächst. Bassam findet noch einige Blätter Giersch, die noch ganz okay aussehen. Er achtet darauf, dass es auch wirklich Giersch ist und nicht der giftige Kälberkropf, der Giersch ist nicht behaart hat keine Blutflecken am Stiel und hat einen dreieckigen Stiel ohne eine Furche. Dazu findet er noch einige Kleeblätter, leider ohne die leckeren süßlichen Blüten. Viel falsch machen kann er bei den Kleearten nicht. Sie sind alle ungiftig, bis auf die Wurzel will er alles von dieser Pflanze essen, es schmeckt ein wenig nach Erbsen aber leicht säuerlich. Dann findet er noch ein paar ansehnliche Löwenzahn Pflanzen. Von dieser Pflanze nimmt Bassam, alles mit. Die Blätter sind nach fünfzehn Minuten Kochen, mit ein wenig Salz und Zitrone eine echte Delikatesse. Die Wurzel vom Löwenzahn nimmt er auch mit, er wird sie später trocknen. Im getrockneten Zustand, wird die Wurzel als Tee verwendet und hat heilende Kräfte, sie kann bei Verdauungsproblemen jeglicher Art helfen, wie Beispielsweise, bei zu Fettiger Nahrung, Völlegefühl oder auch gegen Blähungen. Vielmehr ist leider nicht zu finden um diese Jahreszeit. Die Ausbeute kann sich allerdings sehen lassen. Es reicht sogar um noch einige Pflanzen in den Gläsern einzuwecken und sie so haltbar zu machen. Als Arsen mit dem Räuchern der Fische fertig ist, sieht er die Menge an Salat die Bassam gemacht hat, ungläubig schaut er Bassam an und sagt, “Du bist sicher, dass es alles essbar ist?” Bassam lächelt Arsen an und fängt genüsslich an zu essen. Arsen fragt nicht weiter nach, denn er weiss das Bassam sich damit auskennt. Am nächsten Morgen, reden Bassam und Arsen darüber, wie sie sich schützen wollen wenn Soldaten auf die Insel kommen. Beide sind sich einig, erschießen ist die beste Option. Das Problem ist nur, dass man die Schüsse über den See sehr weit hören kann. Arsen sagt aufgeregt, “Wir können uns ja eine Armbrust bauen!” Woraufhin Bassam mit einem Lachen beipflichtet und sagt, “Ja, das ist eine gute Idee. Hast du einen Plan wie man das macht?” Arsen verzieht seine Mundwinkel und antwortet, “Nein! Habe ich nicht. Ich dachte uns fällt schon etwas ein. Aber wenn ich so darüber nachdenke, die Mechanik bekommen wir nicht so ohne Werkzeuge und Material hin.” “Einen Bogen können wir aber bauen! Was denkst du?” erwidert Bassam. Er hat mit seiner Frau Luci mal eine Kreuzfahrt gemacht, als sie in Skandinavien einen Landgang hatten, haben sie einen kleinen Kurs mitgemacht wo sie auch das Bogenschießen gelernt haben. Bassam versucht sich zu erinnern, wie groß so ein Bogen war und wie die aufgebaut sind. Sie suchen sich beide einen geraden Ast von einem Hartholzbaum der schon ausgetrocknet ist. Sie achten darauf, dass der Ast etwa zwei Meter misst, keine Äste hat und möglichst gerade ist. Der perfekte Ast, würde sehr dicke Jahresringe von etwa sechs bis acht Millimetern aufweisen, welche auf der Insel aber nicht zu finden sind. Die ausgesuchten Äste sehen aber schon mal vielversprechend aus, keiner von ihnen zeigt Anzeichen von Drehwuchs. Der Eichenast von Arsen ist etwa vierzehn und der Eschenast von Bassam ist ungefähr zwölf Zentimeter dick. Als erstes spalten sie die Äste nun in der Mitte der Länge nach auf, diesen Vorgang wiederholen sie so oft, bis sie viele Holzleisten haben die ein Durchmesser von fünfzehn Millimetern haben. Jetzt suchen sie sich die Leisen heraus, die am besten aussehen. Die Jahresringe sollten durchlaufend sein und nicht unterbrochen. Anschließend, zerschlägt Bassam eine der Bierflaschen. Die entstandenen Scherben, schlägt er mit einem Stein so fein, dass ein Pulver entsteht. Er hat noch etwas von dem Kleber übrig, den er zum Reparieren des Bootes hergestellt hatte. Er erwärmt ihn und tupft mit einem Tuch in den Kleber. Als das Tuch klebrig ist, nimmt er es und wälzt es in dem Pulver, das aus den Scherben der Bierflaschen entstanden ist um eine Art Schleiftuch zu erhalten. Die einzelnen Leisten, werden nun von Bassam Rund geschliffen, damit man sich nicht daran verletzt. Beide Bögen die sie nun bauen, bestehen aus vier verschiedenen Leisten, wobei je zwei Leisten aus anderen Holzarten bestehen. Die vier Leisten je Bogen bindet Arsen mit Hilfe von Zeltschnur erst an den Enden, dann etwas breiter in der Mitte und dann zwischen der Mitte und dem Ende fest zusammen. Als das erledigt ist, streicht Bassam den Kleber auf die Zeltschnur, damit sie sich nicht so schnell wieder lösen kann. Arsen macht unterdessen die Bogenschnur fertig, dazu schneidet er die Zeltschnur genauso lang zu, wie auch die Bögen sind. Dann macht er an die Enden der Zeltschnur eine Schleife und befestigt eine Seite am Ende des Bogens. Nun zieht Bassam die Schnur fest nach oben. Während Arsen den Bogen biegt, hängt Bassam das andere Ende der Schnur an das noch freie Ende des Bogens. Der Bogen ist fertig und hat auch eine anständige Spannung. Die übrigen Leisten verwenden sie um daraus Pfeile herzustellen. Sie bearbeiten die rauen Seiten so lange, bis die Leisten halbwegs rund sind. Nun halbieren sie die Leisten so, dass sie nur noch halb so lang sind wie der Bogen. An das eine Ende der Leisten machen sie einen Schlitz indem sie die Leisen wieder aufspalten, allerdings nur maximal zehn Zentimeter. Nun zerschlagen sie wieder ein paar Bierflaschen und formen die Scherben mit Hilfe von Steinen so, dass sie als Pfeilspitzen taugen. Die Glasspitzen setzen sie nun in die aufgespaltenen Leisten ein und binden es mit der Zeltschnur fest, welche danach wieder mit dem Kleber eingeschmiert wird. Arsen bemängelt, dass sie keine Federn haben um die Pfeile zu perfektionieren. Worauf Bassam ihm vorführt, dass sich die Pfeile auch so ganz gut schießen lassen. Er schießt einen Pfeil auf den Komposthaufen als sie gute zwanzig Meter davon entfernt sind. Bassam spannt den Bogen so sehr, dass der Pfeil bis zu seinem Verschwinden in den Haufen eindringt. Arsen lässt sich nicht lumpen und schießt auch einen Pfeil, er spannt den Bogen damit der Pfeil möglichst schnell fliegt. Der Pfeil vergräbt sich tief in dem Haufen, zeitgleich schreit Arsen schmerzhaft auf. Er hat sich den Unterarm mit der Bogenschnur aufgerissen, weil er seinen Arm beim Spannen des Bogens zu weit durchgedrückt hat. Glücklicherweise, haben sie noch Verbandsmaterial, welches Olaf mit auf die Insel gebracht hatte um sich damit zu verbinden. Nachdem Bassam seinen Arm verbunden hat, kann Arsen es kaum erwarten den nächsten Pfeil abzuschießen. Sie schießen den ganzen Tag auf verschiedenste Gegenstände. Am Abend sind die beiden schon so gut, dass sie die meisten Ziele auch aus weiterer Entfernung treffen. Als die beiden schlafen gehen, sagt Arsen zu Bassam, “Lass uns morgen einen Käfig für die Kaninchen bauen und die kleinen wieder einfangen. Ich könnte echt mal etwas anderes als Fisch essen. Wir müssen zusehen, dass sich die kleinen vermehren.” Bassam stellt sich im geistigen Auge einen Kaninchenbraten vor und stimmt Arsen eifrig zu. Am nächsten Morgen, sammeln sie wie verabredet möglichst viele Stöcke um den Stall bauen zu können. Als sie endlich eine ansehnliche Summe der Stöckchen zusammen haben, fangen sie an den Boden des Stalles zu fertigen. Sie wollen den Kaninchenstall in der Unterkunft bauen, um den kleinen etwas Wärme spenden zu können. Dazu nageln sie die Stöcke einfach nur dicht an dicht zusammen, bis sie eine Fläche von etwa drei mal zwei Metern erreicht haben. Dann schieben sie den Boden bis ganz in die Ecke. Danach nageln sie noch ein circa sechzig Zentimeter hohes Gitter, für die noch offenen Seiten zusammen. Schlussendlich bauen sie noch einen Unterschlupf für die Kaninchen damit sie darin schlafen können. Als das Gatter für die kleinen Klopfer fertig ist, sammeln sie noch Grünzeug und schneiden das alte trockene Schilf ab, welches rundum die gesamte Insel wächst. Überraschenderweise, können sie nebenbei die Kaninchen einfach einsammeln, die kleinen Klopfer laufen so gut wie gar nicht weg. Sie haben fünf vor ihnen schon eingesammelt, das sechste ist leider nicht mehr auffindbar. Als sie das erledigt haben, fällt ihnen auf, dass die Kaninchen ja gar kein Tageslicht abbekommen. Das kann nicht gut für die kleinen sein, denn in der Unterkunft ist es wirklich dunkel. Arsen meint zwar, dass sie die Kaninchen sowieso nur als Nahrung benötigen, aber Bassam hält dagegen, dass kranke Kaninchen sich bestimmt nicht mehr so gut vermehren und sie sicher auch nicht so gut wachsen werden. Überzeugt von seine Argumenten, hilft Arsen dabei einen Teil der Kellermauer, auf der anderen Seite der Unterkunft freizulegen, damit sie einen kleinen Durchbruch für die Kaninchen machen können. Nachdem sie etwa einen Quadratmeter frei gelegt haben, und es mit Steinen ringsum ausbruchsicher gemacht haben, wollen sie nun einen kleinen Durchbruch machen. Bassam arbeitet sich von innen nach außen und Arsen von außen nach innen. Bassam versucht sich mit Steinen vorzuarbeiten scheitert aber kläglich. Gott sei Dank, hat Arsen einen Hammer, mit dem es doch ein bisschen besser geht. Der Durchbruch wird größer als gewollt, denn die Wand besteht aus Stahlbeton. Bei jedem Schlag auf die Armierung, brechen Stücke vom Beton ab welche das Loch immer größer werden lassen.  Als das Loch endlich fertig ist, klebt Bassam noch eine Klappe aus Folie die er am unteren Ende mit einem Stöckchen beschwert von außen davor. Nun können die Kaninchen von innen nach außen gelangen.

 

Luci und Kathi

 

Mittlerweile ist es Winter, die Tage sind sehr kurz geworden und die Temperaturen sind in der Nacht weit unter Null. Draußen liegt Schnee, ein paar Sonnenstrahlen finden den Weg durch die drei Bierflaschen, die ihnen als kleine Fenster und Lichtspender dienen. Sie hatten die Bierflaschen kürzlich in die Wand gebaut damit sie am Tag nicht so viel Brennmaterial benötigen. Normalerweise haben sie auch Strom doch leider ist die Anlage eingefroren. Sie haben die Trinkwasserquelle aufgestaut und damit eine Fahrradfelge angetrieben, die wiederum durch eine Lichtmaschine eine Batterie aufgeladen hat. An die Batterie haben sie einen Spannungswandler angeschlossen der den benötigten Strom für die kleine Herdplatte und Lampe geliefert hat. Aber wie schon gesagt, die Anlage ist leider eingefroren.  Die Unterkunft ist richtig wohnlich und gemütlich geworden. Sie haben Regale an die Wand gebracht, kleine Hocker und einen Tisch gebaut.

 

Leider habe ich keinen Plan wie es weiter gehen soll…schreibt mir doch mal eure Ideen. Ich freue mich schon darauf.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere